Smart City
17. Februar 2021 13:39  Uhr

Unsere Städte werden immer smarter

Höher, schneller, smarter: Die Städte der Zukunft werden immer digitaler und vernetzter sein. Ob sie damit aber auch gleichzeitig lebenswerter werden, steht auf einem anderen Blatt.

Sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltiger soll das Leben in Smart Citys sein. | Foto: jamesteohart – stock.adobe.com

Von Stefan Ahrens

REGENSBURG/PASSAU. Seit geraumer Zeit steht der Begriff „Smart City“ für die Vision digital vernetzter Städte, in denen zudem sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Ziele verfolgt werden. Angesichts überalternder Gesellschaften, des Anwachsens der Großstädte und der Weltbevölkerung sowie im Zeichen ökonomischer und ökologischer Krisen besteht großer Handlungsbedarf, die Städte bewohnbarer und lebenswerter zu machen. Wichtige Handlungsfelder sind mit Blick auf die Weiterentwicklung der Städte zu Smart Citys insbesondere, alle öffentlichen Verwaltungen und privaten Haushalte zu digitalisieren, eine umweltschonende und verkehrsentlastende Mobilität voranzubringen, bezahlbaren und lebenswerten Wohnraum zu schaffen sowie eine gute Ernährungs- und Gesundheitsversorgung sicherzustellen.

In Deutschland tut sich was in Sachen Smart City

Die gute Nachricht: In Deutschland tut sich allmählich etwas beim Thema Smart City. Dies ist zumindest das Ergebnis einer Sonderauswertung des Smart City Index des Digitalverbands Bitkom, einem Ranking der 81 Städte ab 100.000 Einwohnern. Beispielsweise wird laut Bitkom vermehrt in deutschen Städten in zukunftsfähige und klimaschonende Mobilität investiert: So ist die Anzahl der Ladestationen für Elektroautos in den deutschen Großstädten 2020 um 62 Prozent auf 4955 gestiegen – im Vorjahr waren es erst 3066. Jeder achte Bus, also rund 12 Prozent, fährt mit alternativen Antrieben wie Strom oder Bioerdgas, in Städten wie Augsburg oder Oldenburg ist der Busverkehr bereits nahezu vollständig klimaneutral.

Privatsphäre könnte auf der Strecke bleiben

Auch im Bereich der Verwaltungsmodernisierung gehen die Dinge allmählich voran: In jeder zweiten Großstadtbehörde ist es möglich, Termine online zu buchen. Ebenso haben mit rund 97 Prozent nahezu alle Großstadthaushalte Zugang zu einem Internetanschluss mit mindestens 50 Mbit/s, außerdem testet jede zweite Großstadt eine intelligente Straßenbeleuchtung, die mit Umwelt- oder Verkehrssensoren, WLAN, Lademöglichkeiten für E-Autos oder adaptiver Beleuchtung ausgestattet ist. 2019 waren es erst 33 Prozent.

Allerdings gibt es auch eine Kehrseite der Medaille: Je größer der Zuwachs an innerstädtischem digitalem Fortschritt und Vernetzung ist, desto größer wird die Gefahr einer weiteren Aushöhlung der Privatsphäre, wie PD Dr. Jörg Scheffer, Akademischer Oberrat und Privatdozent im Fachbereich Geoinformatik und Geografie an der Universität Passau im Interview anmerkt.

Interview

Das urbane Alltagsleben wird immer digitaler werden

PD Dr. Jörg Scheffer, Akademischer Oberrat und Privatdozent im Fachbereich Geoinformatik und Geografie an der Universität Passau, erklärt im Interview Chancen und Risiken der Smart City. Er ist der Meinung: „Eine wirkliche Smart City sollte von den Interessen der Bürger der jeweiligen Stadt ausgehen und ihre Belange aufgreifen.“

Foto: Lichtbox Passau

Hier geht’s zum Interview …