Mobilität
1. September 2021 10:19  Uhr

Auf der Datenlandstraße in Ostbayern fehlen die Basics

Die Mobilität von morgen wird ohne eine leistungsfähige digitale Infrastruktur nicht zu erreichen sein. Doch von der notwendigen „Datenautobahn“ sind noch viele abgeschnitten – vor allem der ländliche Raum.

Konzepte für moderne Mobilität wie beispielsweise autonomes Fahren gibt es genug; sie sind aber ohne die entsprechende digitale Infrastruktur nicht umsetzbar. | Foto: stock.adobe.com – kinwun

Von Gerd Otto

WEIDEN. Die vielzitierte Datenautobahn führt zumeist keineswegs bis in die ländlichen Regionen. Dies bedauerten bei der „Triokon 2021“, der Netzwerkveranstaltung des Hochschulverbands Transfer und Innovation Ostbayern (TRIO) an der OTH Amberg-Weiden, nicht nur die beiden Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes, IHK Regensburg, und Jürgen Kilger, Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz. Im ländlichen Raum gleiche die Situation eher einer Datenlandstraße. Dabei ist für zukunftsfähige Mobilitätsanwendungen eine digitale Infrastruktur unumgänglich, was nicht zuletzt mit aktuellen Forschungsprojekten der ostbayerischen Hochschulen kräftig untermauert wird. Daran erinnerten aus den verschiedensten Blickwinkeln die Professoren Alfred Höß von der OTH Amberg-Weiden, Jan Dünnweber von der OTH Regensburg, Andreas Schäfer von der Universität Regensburg und Tomas Sauer von der Universität Passau.

Als Beispiel für Mobilität im ländlichen Raum erläuterte Achim Przymusinski in seiner Eigenschaft als Segmentleiter Digitalisierung bei der AVL Software and Functions GmbH das Projekt „Innovation Project Roding“. Gemeinsam mit verschiedenen ostbayerischen Hochschulen hatte man sechs Einzelprojekte auf drei Bereiche aufgeteilt, nämlich auf die Entwicklung einer Digitalisierungsplattform, den Aufbau eines autonomen Shuttles und die Errichtung eines Testzentrums für autonome Sensorik. Als Ziel des über drei Jahre angesetzten Projekts und auch als Wunsch für die Zukunft nannte der AVL-Experte, dass die Technologie des Busses, aber auch die Softwarelösungen auf andere Fahrzeuge sowie auf weitere Einsatzmöglichkeiten übertragbar werden.

Vonseiten der Industrie, des Handels und des Handwerks wurde bedauert, dass von flächendeckender Versorgung mit Mobilfunk keine Rede sein könne. Nach einer Studie der Handwerkskammer, so Jürgen Kilger, sei ganz Bayern, vor allem aber Niederbayern und die Oberpfalz, mit 4G-Mobilfunk schlechter versorgt als der Bundesdurchschnitt. „Es ist erfreulich, dass wir Forschung für autonomes Fahren haben“, betonte Kilger. Doch wenn Ostbayern davon profitieren wolle, müsse man erst einmal für die Basics, für die Grundlagen sorgen. Dr. Jürgen Helmes fügte hinzu: Die Mobilität von morgen brauche eine leistungsfähige digitale Infrastruktur, die den ländlichen Raum nicht von den Ballungsräumen isoliere.