Geschäftsbericht
14. Februar 2022 16:33  Uhr

Biopark meldet erfolgreiches Jahr 2021

Die Life-Science-Firmen in der BioRegio Regensburg konnten im zweiten Coronajahr ihre Geschäfte deutlich ausbauen. Vor allem bei den Mitarbeiterzahlen zeigt sich ein deutlicher Anstieg um 10 Prozent auf über 4500.

In seinem alljährlichen Geschäftsbericht meldet der Biopark für 2021 erfreuliche Zahlen. | Foto: fotoart – Wiesner

REGENSBURG. Die Firmen des Clusters aus den Bereichen Biotechnologie, Pharma und Medizintechnik, Diagnostik, Analytik und der Gesundheitswirtschaft konnten in Ostbayern im zweiten Coronajahr ihre Geschäfte deutlich ausbauen und haben vielfach Personal aufgestockt. Das zeigt die aktuelle Umfrage in der Bioregio Regensburg, die alljährlich von der Biopark Regensburg GmbH, einem Unternehmen der Stadt Regensburg, erhoben wird. Die Gesamtzahl der Unternehmen ist im Cluster gegenüber dem Vorjahr um zwei auf 63 Unternehmen leicht gestiegen. Gleichzeitig hat die Gesamtzahl der Beschäftigten um 10 Prozent von 4.093 auf 4.504 deutlich zugelegt. Der Biopark ist derzeit komplett ausgebucht. Aktuell beherbergt das Technologie- und Gründerzentrum in seinen drei Gebäuden auf 18.000 qm Bruttofläche 35 Mieter mit fast 700 Beschäftigten. Darunter sind Start-up-Unternehmen, universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen, Firmen aus dem In- und Ausland sowie Service- und Dienstleister und eine eigene Kindertagesstätte.

Aktuell sind im Cluster Bioregio Regensburg sechs Pharmaunternehmen mit 1.530 Beschäftigten, 30 Medtech-Firmen aus dem Bereich Medizintechnik, Diagnostik und Analytik mit 2.124 Beschäftigten und 27 Biotech-Firmen mit 850 Beschäftigten aktiv.

2021 besser bewältigt als 2020

Laut Biopark-Geschäftsführer Dr. Thomas Diefenthal sind einige produzierende Firmen aus den Bereichen Medizintechnik und Diagnostik direkte Profiteure der hohen Nachfrage nach Desinfektions-, Hygiene- und Testkitartikeln durch die Folgen der Corona-Pandemie. Bei anderen produzierenden Firmen haben dagegen die Engpässe in den Zulieferketten eine Expansion ausgebremst und zu Stagnation geführt, in wenigen Fällen auch zu Personalabbau. In Summe haben die Firmen jedoch das zweite Coronajahr deutlich besser bewältigt als 2020 mit dem harten Lockdown. Das zeigte sich auch in erfolgreichen Firmenübernahmen und Finanzierungsrunden, die im Vorjahr größtenteils ausgeblieben waren. Die Coronapandemie hat wie im Jahr zuvor auch 2021 zu bemerkenswerten innovativen Projekten und Produkten geführt. Darunter die Forschung zur Wirkstoffentwicklung gegen Covid-19, Antibiotikaresistenz brechende Moleküle oder innovative Therapieansätze mit Nanotransportern.

Erfolgsmodell Cluster

„Ich bin immer wieder beeindruckt, was für ein Potenzial im Biopark und der Bioregio Regensburg erfolgreich umgesetzt wird“, kommentiert Prof. Georg Stephan Barfuß, Referent für Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen der Stadt Regensburg, den neuen Geschäftsbericht. Er sieht in der von der Stadt Regensburg initiierten Clusterpolitik, aus der auch der Biopark vor über 20 Jahren hervorgegangen ist, ein Erfolgsrezept für die positive Entwicklung am Standort. Insgesamt hat die Wirtschaftsförderung der Stadt Regensburg seit 1996 zehn Netzwerk- und Clusterinitiativen initiiert. Diese arbeiten zum Teil direkt in den beiden Innovations- und Gründerzentren der Stadt, Biopark und Techbase, branchenübergreifend zusammen. So ist zum Beispiel das Biopark-Projekt „Healthcare Regensburg“ Teil einer Cross-Cluster-Initiative im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI). Im neuen Netzwerk AIR-Regensburg (Artificial Intelligence Regensburg) werden KI-basierte Systeme in der Diagnostik und medizinischen Anwendung thematisiert. Der Biopark profitiert durch die Lage direkt auf dem Hochschul-Campus mit kurzen Wegen zu hochkarätigen Forschungseinrichtungen an den Universitäten und Kliniken. (wz)