Bilanzpressekonferenz
12. März 2021 6:00  Uhr

Commerzbank zieht trotz Corona positive Bilanz

Die Regensburger Niederlassung des Frankfurter Bankhauses hat die Unternehmen der Region mit KfW-Krediten in Höhe von 70 Millionen Euro unterstützt.

Der Sitz der Commerzbank Regensburg im Erbprinzenpalais am Bismarckplatz | Foto: Peter Tiefenbach

Von Gerd Otto

REGENSBURG. Wie ein Brandbeschleuniger trägt die Krise der Coronapandemie zur verstärkten Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft bei. Wie sehr sie das tut und speziell der Commerzbank in Ostbayern sogar neue Kunden zugeführt hat, wurde jetzt von den beiden Niederlassungsleitern Horst Schmidt und Stephan Sebald in einem Pressegespräch als besonders positive Bilanz herausgearbeitet. Die Niederlassung Regensburg, zu der auch die Filialen in Altötting, Deggendorf, Eggenfelden, Ingolstadt, Landau, Landshut, Mühldorf, Passau, Straubing und Waldkraiburg sowie im Firmenkundenbereich noch zusätzlich die Regionen Weiden und Marktredwitz gehören, hat exakt 2.711 Privat- und Unternehmerkunden dazugewonnen. Insgesamt stieg die Zahl der Kunden damit auf weit über 91.100, davon 1.270 aus dem Bereich der Industrie.

Das Modell der Hausbank gestärkt

Das Geschäftsvolumen betrug im vergangenen Jahr 3,1 Milliarden Euro, davon lag fast eine Milliarde auf Girokonten. Umso mehr freut sich Stephan Sebald, der bei der Commerzbank Regensburg für die Privatkunden und mittelständische Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis zu 15 Millionen Euro zuständig ist, dass in den letzten Monaten offenbar „aus Sparern Anleger geworden sind“. In der Region Ostbayern stieg die Zahl der Wertpapier-Sparpläne um 50 Prozent. Dadurch nahm auch das Depotvolumen der Commerzbank um 3 Prozent auf 857 Millionen Euro zu. Nicht zuletzt die Lockdown-Zeit habe offenbar dazu geführt, dass sich Kunden verstärkt um ihre Geldanlage kümmerten. „Viele haben den Kurssturz im Frühjahr 2020 genutzt und Wertpapiere gekauft – davon einige zum ersten Mal“, sagte Sebald. Hier sei der Bank, so Horst Schmidt, Niederlassungsleiter Firmenkunden, ein weiterer positiver Aspekt nützlich gewesen: „Als Hausbank pflegen wir zu vielen unserer Kunden langjährige Beziehungen.“

Gerade in diesem Krisenjahr habe sich das als besonders wirkungsvoll erwiesen. Man sei proaktiv auf die Unternehmen zugegangen und habe sie deshalb besonders schnell unterstützen können. Insgesamt wurden von der Commerzbank bundesweit 7,7 Milliarden Euro an Coronakrediten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) genehmigt, davon entfielen auf die Niederlassung Regensburg immerhin rund 70 Millionen Euro. Mehr als im Schnitt aller deutschen Standorte wurden von diesen bewilligten KfW-Krediten in Ostbayern über 51 Millionen Euro auch tatsächlich in Anspruch genommen.

Trend geht zum Mobile Banking

Der Trend zur Digitalisierung sei insbesondere bei den Firmenkunden der Bank spürbar. 2020 wurden bereits 50 Prozent mehr digitale Geldmarktkredite abgeschlossen als im Vorjahr, mittlerweile würden alle Überweisungen online durchgeführt. Auch im Privatkundengeschäft der Commerzbank hat die Nutzung digitaler Anwendungen stark zugenommen. „Dabei geht der Trend eindeutig Richtung Mobile Banking“, betonte Stephan Sebald. Er verwies auch auf die Zahl der Banking-App-Nutzer, die in der Niederlassung 2020 um 34 Prozent gestiegen sei. Seit Juli 2020 können Kunden Wertpapiere auch per Smartphone kaufen oder verkaufen. Sogar bei der Neukundengewinnung spielten digitale Kanäle eine große Rolle. Jeder dritte Neukunde habe 2020 den Weg zur Commerzbank online gefunden.

Starkes Wachstum bei Baufinanzierungen

Ein starkes Wachstum verzeichnete die Commerzbank zudem bei Immobilienfinanzierungen. „Die Coronakrise hat den Wunsch nach Wohneigentum noch einmal verstärkt“, betonte Sebald. „Dabei geht der Trend raus aus der Stadt ins Grüne, besonders Immobilien mit Gärten und Balkonen waren 2020 gefragt.“ Das Neugeschäft mit Baufinanzierungen stieg in der Niederlassung um 204 Millionen Euro beziehungsweise 14 Prozent, das Gesamtvolumen liegt damit bei 1,024 Milliarden Euro.

Immer mehr Kunden achten bei Bau oder Renovierung auf ökologische Aspekte. Bundesweit sei bereits jede fünfte Baufinanzierung der Commerzbank eine „grüne Baufinanzierung“, die einen Zinsrabatt für Energieeffizienz gewährt. Auch in anderen Bereichen baut die Commerzbank ihre nachhaltigen Angebote aus. So bietet der neue Fonds Klimavest Privatanlegern erstmals die Möglichkeit, direkt in nachhaltige Energieprojekte wie Windparks zu investieren. Über einen CO2-Rechner erfahren Kunden, wie viele Emissionen sie damit einsparen. In der Niederlassung Regensburg wurden seit dem Start im November 2020 bereits 1,9 Millionen Euro angelegt.

Direktbank und persönliche Beratung

Als strategisches Ziel hat die Commerzbank inzwischen die voll digitale Bank mit persönlicher Beratung und konsequentem Fokus auf Nachhaltigkeit ausgerufen. Dazu wird die Bank die digitalen Stärken der Comdirect mit der Beratungskompetenz der Commerzbank zusammenführen. „Künftig stehen die Leistungen einer modernen Direktbank allen rund elf Millionen Privat- und Unternehmerkunden in Deutschland zur Verfügung“, erläuterte Stephan Sebald. Gleichzeitig erhalten Kunden an rund 450 Standorten eine persönliche Beratung zu Angeboten wie Konto, Karte und Ratenkredit. Kunden mit höherem Beratungsbedarf werden von der Bank an 220 dieser Standorte individuell betreut.