Bilanzpressekonferenz
24. März 2022 16:27  Uhr

Das Smartphone ist heute die Bank in der Hosentasche

Durch die Krise der Coronapandemie sind die Kunden der Commerzbank-Niederlassung Regensburg gut gekommen. Von „Just in time“ kam es zu einer Rückkehr zum Logistik-Konzept „Just in case“.

Generell hat die hohe Nachfrage nach Wertpapieren und Baufinanzierungen das Geschäftsjahr 2021 der Commerzbank Regensburg geprägt. Foto: nmann77 – stock.adobe.com

Von Gerd Otto

REGENSBURG. Die Erfahrungen der Coronapandemie und die weit dramatischeren, aber bei Weitem noch nicht absehbaren Effekte des Ukraine-Krieges haben aus Sicht der Commerzbank-Niederlassung Regensburg zumindest angesichts der Lieferengpässe bei ihren Unternehmenskunden zu einem neuen Denken geführt. Wie Horst Schmidt, der Niederlassungsleiter Firmenkunden in der Region zwischen Ingolstadt, Regensburg, Straubing, Deggendorf sowie Passau, Waldkraiburg und Altötting, in der Bilanzpressekonferenz erläuterte, kehre man offensichtlich von „Just in time“ wieder zum herkömmlichen „Just in case“ zurück, also zu den wieder besser gefüllten Material- und Ersatzteillagern. Speziell im Bereich der Niederlassung Regensburg habe der Mittelstand 2021 auf diesem Gebiet, insbesondere in Betriebsmittel wie Maschinen oder Lagerhallen, kräftig investiert und sei dadurch „gut durch die Krise gekommen.“

Ein neues Betreuungsmodell

Bei Unternehmerkunden bis zu einem Jahresumsatz von 15 Millionen Euro lag das Kreditvolumen in Regensburg bei 345 Millionen Euro. Im Geschäft mit Firmenkunden, also den größeren mittelständischen Unternehmen, betrug das Kreditvolumen 1,25 Milliarden Euro, was einem Plus von 4 Prozent entsprach. Auch hier habe bei der Commerzbank die Nutzung digitaler Anwendungen stark zugenommen.
So wurde 2021 bereits jeder zweite Geldmarktkredit online abgeschlossen. „In die Corporate
Banking App für Firmenkunden haben wir neue Funktionen wie den FX Live Trader für den
Devisenhandel integriert“, sagte Horst Schmidt. „Darüber hinaus können Firmenkunden Dokumente nun auch per digitaler Signatur rechtsgültig unterzeichnen.“ Um sich stärker am Kundenbedarf auszurichten, führt die Commerzbank ein neues Betreuungsmodell ein. „Kunden mit komplexem Beratungsbedarf betreuen wir weiter regional und persönlich“, betonte Schmidt. „Für Kunden, die digitale, schnelle und einfache Lösungen wünschen und ein weniger komplexes Leistungsspektrum benötigen, bauen wir ein innovatives Direktbankangebot auf.“

Baufinanzierung „immer grüner“

Generell habe die hohe Nachfrage nach Wertpapieren und Baufinanzierungen das Geschäftsjahr 2021 der Commerzbank Regensburg geprägt und für starkes Wachstum gesorgt. So stieg das Depotvolumen 2021 hier um 14 Prozent auf 975 Millionen Euro. Beliebt waren insbesondere Wertpapiersparpläne, ihre Zahl wuchs um 18 Prozent. „Unsere Kunden trauen sich zunehmend an das Thema Geldanlage heran“, berichtet auch Stephan Sebald, der Niederlassungsleiter Privatkunden. Dies sei durch die hohe Inflation auch dringend notwendig: „Wer sein Geld unverzinst auf dem Girokonto liegen lässt, verliert noch mehr Vermögen als in den vergangenen Jahren.“

Bei der Geldanlage zeige sich ein klarer Trend, werde doch mehr als die Hälfte des bankweiten Fondsvolumens bereits in nachhaltige Produkte investiert. Dies gelte vor allem für die Baufinanzierung, betont Sebald. Inzwischen sei bereits mehr als jeder vierte Neuabschluss eine „grüne Baufinanzierung“, die einen Zinsrabatt für Energieeffizienz gewähre. Insgesamt wurden 2021 von den sieben Filialen der Commerzbank-Niederlassung in Teilen von Oberbayern, Niederbayern und der Oberpfalz neue Baufinanzierungen in Höhe von 212 Millionen Euro abgeschlossen; das sind noch einmal 4 Prozent mehr Neugeschäft als im Vorjahr. Das Gesamtvolumen an Baufinanzierungen stieg in dieser Region der Commerzbank auf 1,09 Milliarden Euro.

99 Mitarbeiter in sieben Filialen

Deutschlandweit nutzen 1,8 Millionen Kunden die Banking-App, so viele wie noch nie. In Regensburg stieg die Zahl der Nutzer 2021 um 13 Prozent. „Das Smartphone ist längst zur Bank in der Hosentasche geworden. Wir fügen stetig neue Funktionen in der App hinzu“, sagt Stephan Sebald. Insgesamt betreut die Commerzbank mit 99 Mitarbeitern in den sieben Filialen der Niederlassung Regensburg 85.237 Privat- und Unternehmerkunden sowie 1.300 Firmenkunden ab 15 Millionen Euro Jahresumsatz. Regensburg selbst gilt – ähnlich wie Ingolstadt – unter den sieben Filialen als „Flagship“-Standort mit einer hohen Nachfrage, einer entsprechenden Expertise in allen Produktbereichen sowie einer hohen Baufinanzierungsnachfrage. Der Standort Passau wird von der Commerzbank mit „hoher Nachfrage im Konsumentenkreditbereich und der Altersvorsorge“ bewertet. Zwischen dem Mobile/Online-Angebot und den Filialen selbst werden von der Commerzbank künftig Beratungscenter mit je 40 Mitarbeitern etabliert. In Bayern sind dies München und Nürnberg.