Monatssieger April: Li-Ex
12. Mai 2021 6:01  Uhr

Der Mikroorganismen-Killer MiKi reinigt die Raumluft

Der UV-C-Raumluftreiniger von Li-Ex zerstört 99,9 Prozent aller Viren und Bakterien in der Raumluft. MiKi wird deutschlandweit in Schulen, Arztpraxen, Bürogebäuden und Impfzentren im Kampf gegen Corona eingesetzt.

Ob wie hier auf Büromöbeln, an der Wand aufgehängt oder aufgestellt: Der Raumluftreiniger MiKi kann überall dort platziert werden, wo Aerosole sind und eingesaugt werden sollen. | Foto: Li-Ex

Von Robert Torunsky

PENTLING. Not macht erfinderisch – das gilt auch für Corona. Im Frühjahr 2020 hatte das Unternehmen aus Pentling bei Regensburg Li-Ex GmbH bereits mit einer patentierten UV-C-Atemmaske mit aktivem Virenschutz aufhorchen lassen, die ihren Träger vor 99,9 Prozent aller Bakterien und Viren schützt. In den Sommermonaten hatten sich CEO Marco Friedrich und seine Mitarbeiter dann die Frage gestellt, wie denn im Winter die Aerosole ohne das kontinuierliche Raumlüften beseitigt werden könnten. Die Lichtexperten, die am Firmensitz in Pentling LED-Leuchten entwickeln und konzipieren, kreierten einen Prototyp, der mit UV-C-Licht Viren und Bakterien abtötet und gereinigte Luft ausstößt.

Ein Leuchtdiodenpionier

„Der Prototyp sah noch völlig anders aus als das spätere Produkt“, beschreibt Friedrich den Prozess. Der Firmengründer, der zuvor bei Osram gearbeitet und sich 2005 selbstständig gemacht hatte, ist ein Leuchtdiodenpionier. Zunächst widmete sich Li-Ex der Architekturbeleuchtung, später folgten Heim- und dann Büroleuchten. „2017 haben wir dann den Fokus auf Leuchten gesetzt, die die Themen Biorhythmus, Gesundheit und Nachhaltigkeit bedienen“, sagt Friedrich. Ein weiteres spannendes Feld, das Li-Ex seit einigen Jahren beackert, ist Vertical Farming. Die Produktion von pflanzlichen und tierischen Produkten innerhalb der Stadt in mehrstöckigen Gebäuden trägt Klimawandel und Wasserknappheit Rechnung und besitzt das Potenzial, bis zu 95 Prozent Wasser einzusparen.

Kurze Lieferwege, hohe Qualität

Mit der Maske und dem Raumluftreiniger hat Li-Ex sein Portfolio, das bis dahin aus Leuchten mit hohem Nutzfaktor bestand, um ein völlig neues Segment erweitert. Die Lichttechnik wird genutzt, um Corona- und Grippeviren den Garaus zu machen. MiKi, so die sympathische Kurzform für Mikroorganismen-Killer, nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. In rund drei Monaten erreichte MiKi die Serienreife. „Wir haben Ende August die Arbeit aufgenommen und bereits Ende November wurde MiKi bei einem Zahnarzt in Regensburg installiert“, berichtet Friedrich. Der UV-C-Raumluftreiniger besitze dabei eine ähnliche Technik wie die Leuchten aus dem Hause Li-Ex, aber es trete kein Licht aus. Das Rekordtempo war auch deshalb möglich, weil MiKi made in Bavaria und sogar ein waschechter Oberpfälzer ist, designt und produziert im Hause Li-Ex. „Trotz Corona haben wir kein Lieferkettenproblem, da alle Komponentenhersteller in Deutschland ansässig sind und wir zudem auf die bewährten Zulieferer setzen“, sagt Friedrich. „Das gewährleistet neben kurzen Lieferwegen auch höchste Qualität.“

Einsatz in Schulen und Arztpraxen

Mit der Kraft von 65 Watt zerstört MiKi 99,9 Prozent aller Viren und Bakterien in der Raumluft und wird deutschlandweit in Schulen, Arztpraxen, Bürogebäuden und sogar Impfzentren eingesetzt. Auch für Hotel- und Privaträume eigne er sich, mit einem Schalldruckpegel von nur 38 Dezibel (dB) verrichtet MiKi seinen Dienst sehr leise.
Er reinigt 70.000 Liter Luft pro Stunde, dies entspricht in etwa einem Raum mit einer Fläche von rund 25 Quadratmetern. Eine noch leistungsfähigere Variante gibt es ganz bewusst nicht. „Für größere Räume werden mehrere MiKis eingesetzt. Das ist wesentlich effektiver als ein Luftreiniger, der in einer Ecke steht und dadurch andere weniger oder gar nicht erreicht.“ Die MiKis würden dann ähnlich wie bei einem Dolby-Surround-Soundsystem im Raum verteilt.

Leuchtmittel hält 8000 Stunden

Der rund 6,5 Kilogramm schwere Luftreiniger hat dabei das Alleinstellungsmerkmal, das man ihn horizontal und vertikal aufstellen und sogar an die Wand hängen kann. „MiKi soll und kann da platziert werden, wo die Aerosole sind und eingesaugt werden sollen. Am besten auf Kopfhöhe oder höher“, empfiehlt Friedrich. Die gereinigte Luft werde nach unten ausgestoßen. Anders als bei einigen Druckern, bei denen die Tinte mehr kostet als das Gerät an sich, ist auch die Wartung von MiKi weder häufig nötig noch teuer. Der Raumluftreiniger funktioniert filterlos, erst nach rund 8000 Stunden Betrieb ist ein einfacher Wechsel des Leuchtmittels fällig.

Zukünftige Hygienekonzepte mitgedacht

Obwohl MiKi seit Herbst zuverlässig Mikroorganismen vernichtet, wird es schon bald eine Weiterentwicklung geben. MiKi 2.0 wird zusätzliche Fähigkeiten haben, unter anderem ein Display. „Wir haben die Wünsche der Kunden einfließen lassen“, erklärt Marco Friedrich. Zur Pollen- und Geruchsneutralisierung lässt sich MiKi 2.0 wie schon sein Vorgänger zwar nicht einsetzen, doch die Luftreinigung wird auch nach Corona seine einzige, dafür sehr wichtige Aufgabe sein. „Corona wird hoffentlich bald Geschichte sein“, hofft Friedrich. „Aber Grippe- und andere Viren werden uns sicher weiter begleiten.“ Hygienekonzepte werden durch die Erfahrungen aus der aktuellen Pandemie zukünftig eine große Rolle spielen und ein Hygieneprodukt wie MiKi kann einen wichtigen Beitrag zur Ausbreitung der gefährlichen Viren leisten.