Markt
25. November 2021 6:00  Uhr

Deutsche lieben Bargeld – auch in der Zukunft?

Eine Studie von ibi research und dem Digital Commerce Research Network betrachtet die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Bezahlverhalten der Deutschen. Demnach bezahlen vor allem junge Leute ihre Einkäufe bargeldlos.

Bargeld ist noch immer sehr beliebt. Vor allem junge Konsumenten setzen mittlerweile aber auf bargeldloses Bezahlen. | Foto: Goodpics – Adobe.Stock.com

REGENSBURG. Der Anteil an Bargeld hat sich durch die Coronapandemie verändert, ergab eine Befragung von ibi research zusammen mit dem Digital Commerce Research Network (DCRN) unter mehr als 1000 Konsumentinnen und Konsumenten. Besonders die junge Zielgruppe hat sich anderen Zahlverfahren zugewendet.

Mehr als die Hälfte der Befragten hat vor der Coronapandemie am liebsten mit Bargeld bezahlt. Dieser Anteil ist in den vergangenen Monaten stark gesunken: Nur noch 34 Prozent haben ihre Einkäufe bar gezahlt, nach Ende der Pandemie planen lediglich 39 Prozent wieder hauptsächlich Bargeld zu verwenden. Besonders die jungen Kundinnen und Kunden haben sich umorientiert und nutzen jetzt andere Möglichkeiten.

Kontaktloses Bezahlen wird beliebter

Gesteigerte Hygienemaßnahmen während der Pandemie führten dazu, dass Kunden verstärkt auf kontaktlose Bezahloptionen hingewiesen wurden. Dass dieses Angebot genutzt wurde, bestätigen die Umfrageergebnisse. Sowohl bei der Girocard (plus12 Prozent) als auch bei Kreditkarten (plus 4 Prozent) wurde häufiger kontaktlos durch Auflegen auf das Kassenterminal bezahlt. Der Großteil dieser Kunden möchte das auch zukünftig beibehalten.

Eine noch immer geringe Nutzerbasis haben Zahlungen per Smartphone und Smartwatch. Allerdings hat auch hier die Coronapandemie für leichten Aufschwung gesorgt: 4 Prozent der Befragten möchten nach Ende der Pandemie weiterhin mit dem Smartphone bezahlen, knapp 1 Prozent mit einer Smartwatch.

Bezahlen im E-Commerce: Rechnung und Paypal liegen vorne

Durchschnittlich 28-mal kaufen die Befragten pro Jahr online ein. Dabei bezahlen sie bei Warenkörben unter 500 Euro bevorzugt mit Paypal. Besonders bei Einkäufen im Wert von unter 30 Euro steht Paypal mit 49 Prozent an der Spitze, der Kauf per Rechnung macht hier nur 19 Prozent aus. Ab einem Betrag von 500 Euro klettert die Rechnung mit 33 Prozent auf Platz eins und überholt Paypal, das in diesem Segment nur einen Anteil von 27 Prozent hat.

Auf Platz drei der beliebtesten Zahlverfahren ab 30 Euro steht die Kreditkarte. Die teilweise aus einer starken Kundenauthentifizierung (SKA) resultierende Verschlechterung der Nutzerfreundlichkeit veranlasst rund ein Fünftel der Befragten dazu, die Kreditkarte seltener zu verwenden. Gleichzeitig schätzen aber 77 Prozent die gesteigerte Sicherheit durch die SKA und finden den Zusatzaufwand überschaubar.

Verändertes Konsumverhalten durch Corona

„Die Coronapandemie hat unser Konsumverhalten verändert – das zeigt sich nicht nur im Bezahlverhalten der Deutschen“, berichtet Nils Deichner von ibi research. Weitere Aspekte, die die DCRN-Studie deshalb aufgreift, sind der Status quo des Online-Einkaufsverhaltens und die Auswirkungen der Pandemie auf den stationären Einzelhandel. Die vollständige Studie „Konsum- und Bezahlverhalten im Wandel. Auswirkungen der Corona-Pandemie“ kann auf www.ibi.de/2021-DCRN eingesehen werden. (wz)