Immobilien
23. April 2020 14:55  Uhr

Regensburger Senioren sind ihrem Quartier treu

Laut Christine Schimpfermann, Planungs- und Baureferentin der Stadt Regensburg, sind die meisten Regensburger Senioren mit ihren Wohnverhältnissen zufrieden.

Christine Schimpfermann, Planungs- und Baureferentin der Stadt Regensburg | Foto: Peter Ferstl/ Stadt Regensburg
 

Von Gerd Otto


Frau Schimpfermann, hat Sie das Ergebnis der Pantera-Studie eigentlich überrascht?

Christine Schimpfermann: Die Studie der Pantera AG bezieht sich auf erwachsene Personen ab 18 Jahren. Sie gibt für die deutschen Bundesländer Durchschnittswerte an, zur Bereitschaft im Alter in eine kleinere Wohnung zu ziehen. Daraus wurden Wohnflächenpotenziale abgeleitet, die frei werden könnten, wenn die umzugswilligen Seniorenhaushalte in kleinere Wohnungen ziehen. Die bestimmende Größe dieser Studie ist also die Umzugsbereitschaft im Alter. Die für Bayern ermittelte Zahl kann sicherlich nicht ohne Weiteres auf die Stadt Regensburg übertragen werden.

Und wie zufrieden sind die Senioren in Regensburg?

Aus eigenen Haushaltsbefragungen oder gemeinsam mit der OTH Regensburg durchgeführten Studien geht klar hervor, dass die Zufriedenheit der Regensburger Senioren mit ihrer Wohnung, ihrem Wohnumfeld und ihrem Quartier sehr hoch ist. So nannten beispielsweise 2017 rund 93 Prozent der Seniorenhaushalte, dass sie mit ihrer Wohnung oder ihrem Haus „zufrieden oder sehr zufrieden“ sind. Eine Repräsentativbefragung unter 60- bis 79-Jährigen in Regensburg zum Thema „Wohnen im Alter“ aus dem Jahr 2013 kam zu dem Ergebnis, dass sich 71 Prozent der Befragten gut vorstellen könnten, zu Hause wohnen zu bleiben und 47 Prozent könnten sich das auch noch gut vorstellen, wenn einmal auf einen ambulanten Pflegedienst zurückgegriffen werden muss. Allein aus diesen beiden Aspekten wird ersichtlich, dass sich die tatsächliche Umzugsbereitschaft im Seniorenalter in Regensburg wahrscheinlich anders darstellt als in der Pantera-Studie.

Welche Rolle spielt die finanzielle Situation?

Diese ist in der Tat ein wichtiger Aspekt ist. Nach der Studie der Pantera AG können sich 54 Prozent der Befragten vorstellen, im Alter in einem „Serviced Apartment“ zu wohnen. Andererseits sehen rund 79 Prozent der Befragten „angemessene Wohnkosten“ als wichtig an. Unklar bleibt in der Studie, welche Größenordnungen die Befragten unter „angemessenen Wohnkosten“ verstehen und ob die Befragten damit rechnen, dass sie mit ihren Einkünften im Alter dieses Ziel erreichen werden.

Und konkret in Regensburg?

In der Regensburger Seniorenbefragung von 2013 wird zu den finanziellen Möglichkeiten festgestellt: „Gut einem Drittel der Senioren ist es aus finanziellen Gründen möglich, das Wohnen im Alter entsprechend den eigenen Wohnwünschen zu gestalten. Bei knapp 30 Prozent der Befragten ist dies nicht der Fall. Die verbleibenden 35 Prozent der Senioren ließen die Beantwortung der Frage offen.“ Dies ist nicht unüblich, wenn sensible Daten wie etwa die finanzielle Situation abgefragt werden.

Wie hoch würden Sie die Quartiersbindung der Regensburger einstufen?

Mehr als die Hälfte der Seniorinnen und Senioren gaben in der Regensburger Seniorenbefragung an, dass es ihnen sehr wichtig ist, im derzeitigen Stadtviertel wohnen zu bleiben. Weitere 30 Prozent sahen dies als „eher wichtig“ an. Damit wird deutlich, dass Service-Angebote für Seniorenhaushalte vordringlich im vorhandenen Wohnungsbestand gebraucht werden. Die Wohnform der „Serviced Apartments“ konzentriert zudem Haushalte von Senioren räumlich in größeren Wohnanlagen, weshalb genauer zu prüfen wäre, ob sich ein Bauprojekt im Einzelfall eignet, um vorhandene städtische Zielsetzungen zum Wohnen im Alter zu erreichen, die zum Beispiel im Seniorenpolitischen Gesamtkonzept formuliert sind.