Mobilität
4. Januar 2021 6:07  Uhr

Die Zukunft der urbanen Mobilität

„Smart Mobility“ stand im Fokus der Jahrestagung des E-Mobilitätsclusters. Sie ist auch Gegenstand eines EU-Projekts, dessen Ziel es ist, Mobilitätslösungen zu identifizieren und auf die am Projekt beteiligten Städte zu übertragen.

Diese beiden autonomen Shuttlebusse, die People Mover, drehen ab Januar 2021 ihre Runden im Gewerbepark – zunächst zu Testzwecken, ab März mit Passagieren. Der Gewerbepark ist Projektpartner des Mobilitätsprojekts, das einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen urbanen Mobilität leisten soll. Foto: das Stadtwerk.Regensburg

Von Stephanie Burger

REGENSBURG. Das Gesamtsystem Stadt effizienter, nachhaltiger und widerstandsfähiger zu machen – dieses Anliegen verbindet Smart-City-Visionen weltweit. Ein wesentliches Handlungsfeld auf dem Weg zur smarten Stadt ist die Mobilität. „Smart Mobility“ stand deshalb auch im Fokus der virtuellen Jahrestagung des E-Mobilitätsclusters.

„Gerade in der Citylogistik brauchen wir intelligentere Lösungen“, sagt Uwe Pfeil, Manager des E-Mobilitätsclusters. „Dieses Jahr steuert das Paketaufkommen auf einen neuerlichen Höhepunkt zu. Es wird nicht reichen, Verbrennungs- durch E-Motoren zu ersetzen. Autonome Fahrzeuge und innovative Ladezonenkonzepte können ein Teil der Lösung sein.“

Singapur als Vorreiter

Bei der Jahrestagung blickte man deshalb unter anderem nach Singapur, denn der südostasiatische Stadtstaat gilt als Smart-City-Vorreiter. Ming Xuan Lee vom Singapore Economic Development Board informierte über die Mobilitätsstrategie seiner Stadt, die vor allem auf dem Einsatz von autonomen Fahrzeugen im öffentlichen Verkehr basiert. Nicht nur E-Mobilität, auch Wasserstoff soll ein elementarer Baustein der künftigen Mobilität werden. Das Thema wird auch politisch vorangetrieben: Sowohl Bund als auch Freistaat haben in diesem Jahr eine Wasserstoffstrategie verabschiedet.

Impulse für diese Mobilitätsform setzt auch das E-Mobilitätscluster. Wie Projektleiter Michael Strobel auf der Jahrestagung informierte, habe man im November einen Projektantrag beim Bundeswirtschaftsministerium für das Innovationsnetzwerk „Mobilität braucht Wasserstoff“ eingereicht. Der Projektstart ist für März 2021 geplant. Ziel sei es, wasserstoffbasierte Technologien für Mobilitätsanwendungen zu entwickeln. Dabei sollen drei Entwicklungslinien adressiert werden: die Herstellung von Brennstoffzellen, der Bereich Systemtechnik und Brennstoffzellen-Hard- und Software sowie die Wasserstofferzeugung vor Ort mit Integration in das Energienetz. „Bei der Umstellung des öffentlichen Nahverkehrs auf alternative Antriebe könnte neben dem batterieelektrischen Antrieb die Wasserstoffbrennstoffzelle eine Rolle spielen“, ergänzte Pfeil. „Aber es sind noch große Aufgaben zu lösen, beispielsweise gibt es kaum Wasserstofftankstellen.“

Europa bündelt Lösungen

In Sachen Smart Mobility blickt das E-Mobilitätscluster nicht nur nach Singapur, sondern vor allem auch auf europäische Städte. 20 von ihnen haben sich in dem Projekt „Reciprocity“, zu Deutsch „Gegenseitigkeit“, zusammengefunden. Ziel des Projekts ist es, innovative Mobilitätskonzepte für ländliche, innerstädtische und stadtnahe Gebiete zu identifizieren und andernorts zu replizieren. „Durch den Prozess der Replikation sollen Smart-Mobility-Lösungen effizienter, schneller und in größerem Maßstab umgesetzt werden können“, sagt Pfeil. Die R-Tech GmbH, die Managementeinheit des E-Mobilitätsclusters, koordiniert das Projekt. Auch wenn so manche europäische Stadt in Sachen Smart Mobility weiter ist als Regensburg, gibt es laut Pfeil durchaus auch Projekte aus der Domstadt, die möglicherweise auf Partnerstädte übertragen werden könnten. Er nennt als Beispiele die Nutzung des Elektrobusses Emil als Forschungsplattform, generell die Elektrifizierung des ÖPNV und den autonomen Shuttlebus People Mover im Gewerbepark.