Wirtschaftsräume
1. September 2021 13:42  Uhr

Ein urbaner Standort mit Zukunft

Gewerbegebiete und eine prosperierende Wirtschaft sind die Motoren städtischen Wachstums. Wie der Antrieb im Auto stehen allerdings auch sie aktuell vor einem Technologiewandel.

Mit dem Techcampus hat Regensburg den Nährboden für eine prosperierende Wirtschaftsentwicklung der Domstadt auch in Zukunft geschaffen. | Foto: Istvan Pinter

Von Jonas Raab

REGENSBURG. Wie sich eine Stadt weiterentwickelt, hängt maßgeblich von ihrer wirtschaftlichen Potenz ab. Erst mit der zunehmenden Industrialisierung zog es die Menschen in die Städte. Wie sehr die Urbanisierung vom wirtschaftlichen Wachstum getrieben wird, offenbart der Blick auf andere Kontinente: In China flacht die Verstädterungsrate aufgrund der fortgeschrittenen Industrialisierung langsam ab, in Lateinamerika und Afrika wachsen die Städte so schnell wie nirgendwo sonst. Aber wie geht es in Deutschland weiter?

Hierzulande erleben die Städte seit Beginn des Jahrhunderts eine Art „Renaissance“, wie das Zukunftsinstitut in Berlin die aktuelle Entwicklung bezeichnet. Der Wandel von einer Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft habe die Städte sauberer und lebenswerter gemacht. Deshalb, so die Schlussfolgerung der Zukunftsforscher, hat die Stadt den Vorort als Wohnideal abgelöst. Den Menschen sieht das Berliner Institut als Schlüssel der künftigen wirtschaftlichen Prosperität: „Städte, die im Konkurrenzkampf um Unternehmen und Einwohner eine Rolle spielen wollen, müssen weltoffen sein, über eine gute Verkehrsanbindung verfügen und ein umfangreiches Kultur-, Freizeit- und Naherholungsangebot bieten.“

In Regensburg wurden diese Entwicklungen in den vergangenen Jahrzehnten so deutlich wie in kaum einer anderen deutschen Stadt: Die ehemals „ärmste Großstadt Deutschlands“ listen mittlerweile verschiedene Rankings in den Kategorien Wohnen, Leben, Arbeit und Wirtschaft unter den Top 10 der deutschen Großstädte, der Ansiedlung von Fertigern aus Wachstumsbranchen sei Dank. Jetzt geht es für den Nachzügler Regensburg ohne Verschnaufpause von der industriellen Antike über die Renaissance direkt in die Zukunft.

Diese Zukunft ist laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young unter anderem von den drei Megatrends Urbanisierung, Digitalisierung und Entrepreneurship geprägt. Neue Technologien, vorangetrieben von Global Playern wie Start-ups, werden die urbanen Wirtschaftsstandorte von morgen prägen. Technologisches Know-how, die Vernetzung der Wissensträger und alles, was der Lebensqualität dienlich ist, sind die Standortfaktoren der Zukunft. Mit dem Techcampus hat Regensburg genau dafür einen Nährboden geschaffen. Was danach kommt, wo Regensburg hin will und wie man 2050 in der Domstadt leben, lernen und arbeiten wird, verrät Toni Lautenschläger, Leiter des städtischen Amtes für Wirtschaft und Wissenschaft, im Interview.

Interview

„Ich hoffe, dass wir 2050 noch Fabriken haben“

Toni Lautenschläger, Leiter des Amts für Wirtschaft und Wissenschaft der Stadt Regensburg, spricht im Interview über die Zukunft der Domstadt – und welche Weichen bereits heute gestellt werden müssen.

Hier geht’s zum Interview …