Gesundheitswesen
13. Dezember 2021 6:03  Uhr

Es geht darum, die Klinikhygiene zu stärken

Das Fazit des diesjährigen Innovationstages von Healthcare Regensburg: Die Coronapandemie hat auch in den Kliniken diverse Herausforderungen offengelegt.

Lehre aus Corona: Der Krankenhaushygiene kommt eine steigende Bedeutung zu. | Foto: Roger-stock.adobe.com

Von Gerd Otto

REGENSBURG. Was haben wir in den vergangenen zwei Jahren durch die Coronapandemie über Hygiene dazugelernt? Welche Maßnahmen und Mittel reduzieren die Keimbelastung im medizinischen Umfeld? Mit diesen und ähnlichen Fragen befasste sich der Innovationstag Hygiene, mit dem die Biopark Regensburg GmbH eindrucksvoll an den Beginn dieser Veranstaltungsreihe im vergangenen Jahr anknüpfen konnte.

Zweitgrößte Biotechregion in Bayern

Aus unterschiedlichsten Blickwinkeln lieferten die Referenten einen spannenden Überblick über Corona, die Hygieneproblemfelder und die besonderen Herausforderungen für den Medizinbetrieb in den Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und rund um die Rettungsdienste.

Von Regensburgs Life-Sciences-Campus aus hatte die städtische Tochtergesellschaft Biopark schon seit 1999 – daran erinnerte Geschäftsführer Dr. Thomas Diefenthal – die nach Martinsried bei München zweitgrößte Biotechnologieregion Bayerns aufgebaut. In Regensburg gehören mehr als 60 Unternehmen mit über 4000 Mitarbeitern dazu.

Biopark-Projektmanager Dr. Ilja Hagen, der zuvor den bayerischen Cluster Medizintechnik aufgebaut hatte, hob insbesondere die erfreulich positive Entwicklung der Arbeitsgruppe Hygiene im Projekt Healthcare Regensburg hervor. Umso mehr bedauerte es der Organisator des Innovationstages, wie sehr die Veranstaltung heuer unter den aktuellen Coronaregelungen zu leiden hatte. Vor allem die im Vorjahr mit großer Resonanz aufgenommene Ausstellung zahlreicher Firmen und Institutionen der Branche wurde in diesem Jahr sehr vermisst.

Hohes Maß an Improvisation gefragt

Nach einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Cornelia Lass-Flörl von der Universität Innsbruck über die derzeitigen Problemfelder in der Hygiene war es Prof. Dr. Bernd Salzberger, der renommierte Infektiologe des Universitätsklinikums Regensburg, der die Herausforderungen von Covid-19 für die Hygiene erläuterte. Dabei hob er das hohe Maß an Improvisation hervor, das von den Mitarbeitern geleistet worden sei. Krankenhaushygiene sei ein kommunikationsintensives Fach an der Schnittstelle zwischen den Klinikmitarbeitern und Patienten. Training für das Personal müsse künftig eine wichtige Rolle spielen, ebenso wie die Krankenhaushygiene an der Universität.

Vom Robert-Koch-Institut in Berlin war zu dieser Präsenzveranstaltung Marc Thanheiser zugeschaltet, der die aktuellen Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) im Infektionsschutzgesetz (IfSG) für antimikrobielle Oberflächen und Luftreiniger erläuterte. Dr. Ingrid Wanninger von der TrioptoTec GmbH und Dr. Gregor Liebsch, Presens Precision, zeigten mit dem Projekt „Pacman“ den Einfluss antimikrobieller Beschichtung auf die Verbreitung von Keimen in patientennahen Bereichen eines Krankenhauses und verwiesen darauf, wie die Kooperation von Unternehmen im Biopark mit dem Universitätsklinikum erfolgreich verlaufen könne. Zufrieden mit dem hier geplanten Keimdetektionssystem hatte sich schon zuvor Prof. Wulf Schneider, der Inhaber der einzigen Universitätsprofessur für Krankenhaushygiene in Bayern, nach den ersten klinischen Tests geäußert.

Die Wirkung von Aerosolen

Die Bedeutung von Aerosolen im Zusammenhang mit dem Klinikbetrieb betonte Prof. Dr. Lars Krenkel vom Lehr- und Forschungsgebiet Biofluidmechanik der OTH Regensburg. Sei es den Forschern in der frühen Phase der Coronapandemie vor allem darum gegangen, etwa die Wirksamkeit von Masken zur Verringerung der Aerosolemission zu bewerten, so werde derzeit am Phänomen „Silent Breathing bei intubierten Patienten“ gearbeitet. Der Schutz des medizinischen Personals bei Hochrisikointerventionen und die Entstehung von Aerosolen in den menschlichen Atemwegen wurden als weitere Aspekte rund um die Biofluidmechanik genannt.

Interview

Der Biopark setzt auf verschiedene Crosscluster

Dr. Thomas Diefenthal, Geschäftsführer der Biopark Regensburg GmbH, spricht im Interview über den Masterplan zur Weiterentwicklung der Gesundheitswirtschaft.

Hier geht’s zum Interview …