Arbeitswelt
18. Januar 2021 6:00  Uhr

Das Familienbewusstsein in den Unternehmen steigt

Laut einer Studie des Prognos-Instituts hat die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Coronakrise enorm an Bedeutung gewonnen. Familienfreundlichkeit gilt zunehmend als zentraler Faktor für Produktivität.

Homeschooling und Homeoffice zu vereinbaren, ist für Familien eine große Herausforderung. | Foto: ulza – adobe.stock.com


BERLIN. Die Unternehmen haben sich in der Krise überwiegend als hilfsbereite Partner der Eltern erwiesen. Laut der Studie „Neue Chancen für Vereinbarkeit“, die das Prognos-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt hat, haben zwei Drittel der Beschäftigten ihre Arbeitgeber auf die Kinderbetreuung angesprochen und gemeinsam mit ihnen Lösungen entwickelt.

Jedes zweite Unternehmen führte als Reaktion auf die Krise familienbewusste Maßnahmen ein oder weitete das vorhandene Angebot aus. Dies gilt insbesondere für Homeoffice und flexible Arbeitszeiten. Diese Maßnahmen will mehr als die Hälfte der Unternehmen auch nach der Krise weiterverfolgen.

Mehr Familienzeit für Väter

Ein großer Teil der Väter hat mit den Arbeitgebern vereinbart, dass sie ihre Arbeitszeiten oder ihren Arbeitsort verändern, um sich um die Kinder kümmern zu können. Die Mehrheit der Unternehmen unterstützt auch in der Krise eine aktive Vaterschaft und spricht sich gegen eine Retraditionalisierung der Elternrollen aus. Unternehmen sehen, dass für beide Elternteile Vereinbarkeitsfragen relevant sind. Erwerbstätigkeit von Müttern wird ebenso wie Familienzeit von Vätern für Unternehmensverantwortliche selbstverständlicher.

„Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass in den Unternehmen eine aktivere Kommunikationskultur entstanden ist“, sagt Prognos-Projektleiter Dr. David Juncke. Über das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf werde nun viel häufiger und offener gesprochen.

Herausforderungen und Chancen

Für die Studie wurden 750 Personalverantwortliche beziehungsweise Geschäftsführungen von Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern in Deutschland befragt. Ergänzend dazu interviewte das Institut für Demoskopie Allensbach 1.493 Väter und Mütter mit Kindern unter 15 Jahren. Ziel der Studie war es, ein umfassendes Bild der Herausforderungen, vor denen Unternehmen und ihre Beschäftigten mit Kindern stehen, aber auch der Chancen, die sich daraus ergeben, zu bekommen. (wz)

 

 

Die zentralen Befunde der Studie „Neue Chancen für Vereinbarkeit“ hat die Wirtschaftszeitung in ihrer Beilage „Karriere“ zusammengestellt.

Hier geht’s zu den gebündelten Studienergebnissen …