Computerspiele
20. Juli 2020 6:00  Uhr

Gamingindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Die bayerische Kultur- und Kreativwirtschaft, die 3,3 Prozent der Umsätze der bayerischen Wirtschaft generiert, ist derzeit auf Staatshilfen angewiesen. Doch die Games- und Softwareindustrie trotzt der Krise.

Zumindest der Games- und Softwareindustrie hat die Coronakrise bisher offenbar nicht geschadet. | Foto: Gorodenkoff – stock.adobe.com

Von Thomas Tjiang

NÜRNBERG. Das Coronavirus hat einen Keil in die bayerische Kultur- und Kreativwirtschaft getrieben. Denn der Lockdown mit seinem Auftrittsverbot hat von heute auf morgen Schauspieler, Musiker und andere Kreative ihrer Bühnen beraubt. Es gibt jedoch Ausnahmen: Die digitale Spielebranche des Teilmarktes Software und Games beispielsweise kann sich nicht beklagen, sondern freut sich über sprunghaft gestiegene Einnahmen.

So oder so ist die Kultur- und Kreativwirtschaft in Bayern eine Branche mit Gewicht. Der in diesem Jahr erschienene zweite Bayerische Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht weist für die 47.900 Unternehmen und Selbstständigen einen Umsatz von rund 37,5 Milliarden Euro aus. Das entspricht 3,3 Prozent der Umsätze der gesamten bayerischen Wirtschaft. Der bayerische Anteil am bundesweiten Kreativ- und Kulturumsatz macht mehr als ein Fünftel aus, mehr als jeder fünfte Euro wird also im Freistaat verdient. Die Zahl der Erwerbstätigen von fast 390.000 setzt sich aus den Unternehmen und Soloselbstständigen zusammen. Hinzu kommen knapp 180.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, gut 105.000 Miniselbstständige sowie 57.000 Minijobber.

Kein „Game Over“ in Sicht

Ob die bayerische Gamesindustrie auf staatliche Hilfen angewiesen ist, dazu gibt es aktuell noch keine Zahlen. Dem Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht zufolge setzte die bayerische Software- und Gamesindustrie 10,6 Milliarden Euro um und damit knapp ein Viertel des Gesamtumsatzes dieses deutschen Teilmarktes. Allerdings finden sich in diesen Zahlen auch Branchenriesen wie Microsoft, Intel oder Atos, die im „Isar-Valley“ München ihren Deutschlandsitz haben. Das Marktgewicht der Gamesindustrie wird nicht einzeln aufgeführt. Zu ihnen zählen unter anderem das Münchner Unternehmen Chimera mit dem Videospiel „Angry Birds Epic“ und seinen weltweit 80 Millionen Downloads, die Münchner Trivian Games oder Cipsoft aus Regensburg, die bayernweit als Nummer drei beim Umsatz gilt.

Die Umsätze steigen rasant

Bundesweit haben Verbraucher laut dem Verband der deutschen Games-Branche Game im vergangenen Jahr rund 3,9 Milliarden Euro für Computer- und Videospiele sowie Gebühren für entsprechende Onlinedienste ausgegeben. Damit konnte der Markt für Spielesoftware um 11 Prozent zulegen. Der Umsatz mit Spielehardware, zu der Konsolen, Gaming-PCs und Zubehör gehören, ging dagegen im Jahresvergleich um 2 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zurück.
Das am stärksten wachsende Segment sind die gebührenpflichtigen Onlinedienste für Gamer. Sie legten in Deutschland im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf rund 461 Millionen Euro zu. Die Kosten für Onlinedienste liegen je nach Anbieter zwischen vier und zehn Euro pro Monat, die rund 5,1 Millionen Spieler gezahlt haben.

Welchen Schub die Coronakrise der Gamingszene gegeben hat, lässt sich auch noch nicht absehen. Immerhin meldete Game, dass 18 Millionen Deutsche zu Controller, Tastatur und Co. gegriffen haben. Zumindest Ende März gaben in einer Verbandsumfrage noch 84 Prozent der deutschen Gamesunternehmen an, dass sie die Krise noch gut meistern. Andererseits gaben zu dem Zeitpunkt auch knapp zwei Drittel der Unternehmen an, dass sich ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kurzfristig verschlechtern werden.

„Global Player“ aus Ostbayern

Regensburg mischt bei Onlinespielen kräftig mit

Bereits vor Ausbruch der Coronapandemie befolgten Gamer das „stay at home“-Prinzip nur zu gerne. Auch Computerspiele made in Regensburg gehören derzeit zu den liebsten Beschäftigungen der globalen Spieler-Community.

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