Nachhaltigkeit
25. Februar 2021 6:06  Uhr

In Ostbayern zahlt sich ein grüner Beitrag aus

Die Initiative OHA – Ostbayern handelt! bestärkt Unternehmen in der Region darin, umweltgerechte Produkte und Lösungen für eine nachhaltige Produktion zu entwickeln, um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Grünes Engagement in der Praxis: Auf dem Dach seines Firmensitzes in Regensburg hat Insys Microelectronics eine Solaranlage installiert, die mit einer Solewärmepumpe gekoppelt ist und im Sommer als Klimaanlage verwendet werden kann. Florian Froschmeier (li.), Leiter Produktmanagement, und IT-Manager Christoph Stadler (re.) präsentieren die Anlage, die ein wichtiger Baustein des grünen Gesamtkonzepts ist.| Foto: Wolfgang Spornraft

Von Robert Torunsky

REGENSBURG. Den Start der Initiative OHA – Ostbayern handelt! hatten sich ihr Vorsitzender Eduard B. Wagner und seine Mitstreiter des 2020 gegründeten gemeinnützigen Vereins ganz anders vorgestellt, aber Corona machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. So musste erst kürzlich eine für den 21. Januar angesetzte Diskussionsrunde mit bayerischen und tschechischen Spitzenvertretern aus Wirtschaft und Politik bei Horsch Maschinen in Schwandorf auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

„Hinter OHA verbirgt sich ein mobilisierendes Unternehmernetzwerk zur Verringerung von CO2-Emissionen“, erklärt Eduard B. Wagner. Es richte sich an Unternehmen aller Branchen und ganz speziell an den Mittelstand. „Wir sprechen aber auch Privatpersonen und Arbeitnehmer an, die eine aktive Umweltpolitik im eigenen Umfeld oder Unternehmen verankern möchten“, sagt Wagner. OHA unterstreiche die Verantwortung jedes Einzelnen bei der Realisierung der Klimaziele und unterstütze regionale Unternehmen bei konkreten Maßnahmen. Um neue Mitglieder und Mitstreiter für die grüne Sache zu gewinnen, seien Präsenzveranstaltungen wichtig. „Aber aktuell geht das eben nicht. Entscheidend ist, dass der Anfang gemacht ist.“

Nachhaltigkeit in Unternehmenspolitik einbringen

Das gelte auch für die Firmen der Region, denn Systemumstellungen ließen sich nicht von heute auf morgen realisieren. „Es geht darum, dass unsere ostbayerischen Unternehmen die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit noch viel stärker in ihre Unternehmenspolitik einbringen, dass sie wissen, welchen CO2-Fußabdruck sie haben und wie er verursacht wird“, sagt Wagner, der im Berufsleben geschäftsführender Gesellschafter von Insys Microelectronics ist.

Die häufig stark exportorientierten ostbayerischen Unternehmen profitierten von der Welt und müssten ihr gegenüber auch Verantwortung tragen – in erster Linie freilich in der Region. „Lasst uns erstmal vor der eigenen Türe kehren und dort gut sein“, schlägt Wagner vor. „Es ist wichtig, dass man an grüne Themen Stück für Stück rangeht und damit auch Umweltkompetenz aufbaut – für das Unternehmen selbst, aber auch bei den Produkten“, sagt der erfolgreiche Unternehmer. „Ich bin davon überzeugt, dass aus diesem Prozess umweltkompetente Produkte entstehen. Solche Produkte werden von der Welt auch benötigt.

Den Wettbewerb wahrnehmen

Eduard B. Wagner spricht hier aus Überzeugung und auch aus Erfahrung. 2012 hätte er beim Firmensitz in der Hermann-Köhl-Straße in Regensburg auf ein „Green Building“ gesetzt, also ein „grünes“ Gebäude, das ohne fossile Brennstoffe auskommt. Auf dem Dach wurde beispielsweise eine Solaranlage installiert, die mit einer Solewärmepumpe gekoppelt ist und so im Sommer als Klimaanlage verwendet werden kann. Die höheren Anschaffungskosten gegenüber einer Gastherme werden durch eingesparte Stromkosten in rund 20 Jahren amortisiert sein. Für das „Green Building“ habe man zunächst viel Gegenwind bekommen. „Aber man muss sich einfach aufstellen und die richtigen Entscheidungen treffen“, blickt Wagner zurück.

Selbstverständlich hätte Insys auch den CO2-Fußabdruck und die Herkunft der Produkte, die das Unternehmen produzieren lasse, festgestellt. Das Supply Chain Center sei beispielsweise angehalten, Zulieferer zu bevorzugen, die sich ebenfalls in die grüne Richtung bewegen. Grüne Themen würden auch in der Gesellschaft immer mehr Bedeutung erfahren. „Das wird ein entscheidender Standortfaktor – auch für größere Firmen“, ist Wagner überzeugt.

Der Wettbewerb zwischen den Regionen und Städten hätte längst begonnen. „Wir dürfen nicht glauben, dass wir alles neu erfinden, und müssen uns auf den Weg machen. Ich wünsche mir diesbezüglich in Ostbayern mehr Mut und OHA möchte einen Anstoß liefern, das Thema in Bewegung zu bringen“, erklärt Wagner.

 

„Ich bin Ostbayer und Unternehmer – mir liegt die Region am Herzen und dass das Thema Umwelt und Systemumstellung eine Stimme bekommt“, sagt der OHA-Vorsitzende Eduard B. Wagner. Der geschäftsführende Gesellschafter von Insys Microelectronics geht in seinem Unternehmen mit gutem Beispiel voran und setzt in allen Unternehmensbereichen auf Nachhaltigkeit. Der grüne Weg komme bei den Mitarbeitern gut an und werde auch den Kunden immer wichtiger. | Foto: Insys Microelectronics