Gala der Wirtschaftszeitung
21. Mai 2021 10:54  Uhr

Infineon gewinnt den Innovationspreis

Bei der ersten rein virtuellen Gala der Wirtschaftszeitung setzte sich Infineon Technologies aus Regensburg gegen zehn weitere Monatssieger durch. Ronny Stärker gewann den Studentenpreis, der Gründerpreis ging an ESy-Labs.

Kleiner Bahnhof für große Ideen und Gründermut: Moderatorin Marina Gottschalk und Redaktionsleiter Thorsten Retta führten von den Redaktionsräumen der Wirtschaftszeitung aus durch die Gala. Foto: Istvan Pinter

Von Robert Torunsky

REGENSBURG. Die traditionelle Gala der Wirtschaftszeitung war in diesem Jahr gleich aus mehreren Gründen besonders: Die Jubiläumsveranstaltung konnte aufgrund der Coronaschutzmaßnahmen nicht wie geplant vor rund 400 Gästen aus Politik und Wirtschaft im Aurelium Lappersdorf stattfinden. Doch obwohl der große Bahnhof für alle Netzwerkpartner, Unterstützer und Leser der Wirtschaftszeitung entfallen musste, sollten doch die klugen Köpfe und innovativen Ideen der Region eine Bühne erhalten: Die Verleihung des zehnten Innovationspreises der Wirtschaftszeitung sowie des Gründer- und des Studentenpreises wurde live aus der Redaktion der Medienfabrik im vierten Stock des Mittelbayerische Medienhauses ausgestrahlt. Durch den Abend führte Moderatorin Marina Gottschalk.

Hubert Aiwanger lobt Innovationskraft

Die Nominierten für die drei Preise waren dabei ebenso zugeschaltet wie die Laudatoren. Anlässlich des Innovationspreis-Jubiläums hatte es sich der Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert Aiwanger, nicht nehmen lassen, die Laudatio für diesen Preis zu halten. „Die Wirtschaftszeitung unterstützt und fördert durch den Innovationspreis schon seit Längerem besonders innovative Unternehmen der Region und rückt diese ins Rampenlicht“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident. „Corona hält viele Herausforderungen bereit, die wir nur dann überwinden können werden, wenn wir Unternehmer haben, die neue Ideen, Techniken und Geschäftsmodelle entwickeln, um unser Land voranzubringen und die Arbeitsplätze von morgen zu schaffen.“ Für Aiwanger ist diese Krise auch eine Chance: Er habe viele Menschen aus etablierten Unternehmen und gerade auch aus Start-ups erlebt, die anpackten, statt zu jammern und die Krise genutzt hätten, sogar gestärkt daraus hervorzugehen. Hubert Aiwanger dankte den elf Monatssiegern – ein Unternehmen hatte die Bewerbung zurückgezogen – aus den unterschiedlichsten Branchen für ihre Ideen: Sie seien beispielhaft für die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Bayern und hätten deswegen auch alle den Sieg verdient.

Auszeichnung für revolutionäre Mikrofon-Technologie

Das sah auch die Jury so, doch laut den Regularien kann es nur einen Gewinner geben. Die meisten Punkte der Jurymitglieder erhielt Infineon Technologies. Die global eingesetzten „Sealed Dual Membrane“-Mikrofone des Regensburger Hightech-Unternehmens verbessern nicht nur die Performance von Alexa & Co. im privaten Umfeld: Auch in der Industrie wird die Spracherkennung immer wichtiger. Standortleiter Jörg Recklies freute sich über den Gewinn des Innovationspreises 2020 der Wirtschaftszeitung, der neben einem repräsentativen Pokal auch mit einem doppelseitigen Unternehmensporträt in der Wirtschaftszeitung im Wert von 10.000 Euro gewürdigt wird: „Die Auszeichnung ist sehr wertschätzend für das Team, so einen wichtigen Preis gewinnt man nicht alle Tage“, sagte er nach Bekanntgabe des Jury-Ergebnisses.

Agilitätsthema macht bei Studentenpreis das Rennen

33 Studierende hatten sich für den Studentenpreis der Wirtschaftszeitung 2020 beworben, der zum achten Mal verliehen wurde, vier waren als Finalisten nominiert: Lisa Eschenwecker von der OTH Amberg-Weiden, Justin Ehmann von der Hochschule Augsburg, Ronny Stärker, OTH Regensburg, OTH Amberg-Weiden und TH Deggendorf, sowie Thomas Barykin von der OTH Regensburg. Prof. Dr. Jörg Büechl, Professor und Studiendekan an der Hochschule Aalen im Bereich Mittelstandsmanagement, hob bei seiner Laudatio die weiter steigende Bedeutung der Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft hervor. Für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands bräuchte es unter anderem mehr digitale Geschäftsmodelle sowie eine proaktive Personalplanung. „Digital versierte Absolventen sollen die digitale Transformation in den Unternehmen voranbringen“, empfahl Büechl. Den Siegerpokal erhielt Ronny Stärker für seine Masterarbeit „Dimension und Handlungsfelder der agilen Transformation in hybriden Arbeitswelten am Beispiel der Krones AG“. Von dem Preisgeld in Höhe von 3000 Euro wolle er ein kleines Fest mit den Unterstützern seiner Arbeit feiern und sich bei Agilitäts-Veranstaltungen weiterbilden. Die weiteren drei Finalisten durften sich über jeweils 1000 Euro freuen.

Aus Abfall neue Rohstoffe gewinnen

Dr. Veronika Fetzer, Projektleiterin Digitale Gründerinitiative Oberpfalz (DGO), beobachtete viele spannende Gründungen in der Region. Für die Laudatorin war die Vielzahl an guten und qualitativ hochwertigen Bewerbungen ein Beleg dafür. „Das Jahr 2020 war geprägt von vielen neuen technischen Möglichkeiten. Dies haben die Bewerber in ihre Ideen transferiert. Eindeutiger Gewinner ist die Region Ostbayern mit kreativen, mutigen und innovativen Ideen“, sagte Fetzer und sprach von einer sehr schwierigen Aufgabe für die Jury. Unter den drei Finalisten waren die Ideenplattform für Innovationen „Jemand müsste mal …!“, die Plattform für regionale und nachhaltige Mode Labelbird sowie die Regensburger ESy-Labs GmbH. Deren innovatives Verfahren, mithilfe von Elektrosynthese aus chemischen Abfällen organische und anorganische Rohstoffe wie etwa Aromatstoffe oder Metalle herzustellen, überzeugte die Jury am meisten. Dr. Tobias Gärtner, Gründer und CEO von ESy-Labs, freute sich sehr über den Gewinn des Gründerpreises 2020 der Wirtschaftszeitung. Die zum dritten Male verliehene Auszeichnung ist nicht nur mit einem ganzseitigen Unternehmensporträt in der Wirtschaftszeitung im Wert von 4000 Euro dotiert, sondern auch mit einer einjährigen Mitgliedschaft im Businessclub und der Möglichkeit, an einem Förderprogramm der DGO teilzunehmen. Gärtners Rat an Gründungsinteressierte: „Man muss den Mut haben, anzufangen und einmal öfter aufstehen als hinfallen.“

WZ-Redaktionsleiter Thorsten Retta sprach von einem herausfordernden Jahr für die Unternehmen in Ostbayern, aber auch für die Wirtschaftszeitung. Umso schöner sei es gewesen, dass bei den Bewerbungen keine „Pandemiedelle“ zu spüren war und es sogar mehr Einreichungen gegeben hätte. „Viele Innovationen haben sich mit der Bekämpfung von Corona oder den Auswirkungen befasst“, sagte Retta. Er hoffe, dass auch 2021 weiter viele spannende Bewerbungen für den Innovations-, Gründer- und Studentenpreis eingereicht würden. „Die drei Preise wollen wir 2022 dann wieder im Rahmen einer richtigen Gala mit Gästen verleihen“, sagte Retta.