Interview
19. Juli 2021 15:49  Uhr

Investitionen sind ein Schritt in die richtige Richtung

Robert Beer, Geschäftsführer der Robert Beer Investment GmbH in Parkstein, hält die derzeit hohe Inflationsrate für ein temporäres Problem – sofern es nicht zu Zweitrundeneffekten auf dem Arbeitsmarkt kommt.

Robert Beer | Foto: Altstadt Atelier/Robert Beer Investment GmbH

Von Robert Torunsky

Herr Beer, ist die steigende Inflationsrate ein temporäres Phänomen?

Robert Beer: Es sieht danach aus. Wenn es jedoch zu Zweitrundeneffekten über den Arbeitsmarkt kommen sollte, kann die Phase mit höheren Inflationsraten durchaus für eine längere Zeit andauern – bei gleichzeitig durch die Notenbanken beeinflussten, extrem niedrigen Zinsen.

Welchen Einfluss hat Corona auf diese Entwicklung?

Corona war der Grund, dass vieles außer Tritt geraten ist und einige Entwicklungen wie beispielsweise Homeoffice und Digitalisierung nochmals rasant beschleunigt worden sind. Und Corona hat auch gezeigt, wie verwundbar die Just-in-time-Lieferketten am Ende waren.

Was bedeutet der Preisanstieg für Lebensmittel Ihrer Ansicht nach für die Gesellschaft?

In Deutschland ist das kein allzu großes Problem, in den Entwicklungsländern aber schon. Der Anteil der Lebensmittel am Konsum ist dort viel größer, also werden die Ärmsten am stärksten getroffen. Das Risiko von sozialen Unruhen steigt und wird zum Problem, Stichwort „Arabischer Frühling 2.0“. Durch die vielen Missernten, die ja auch Ursache für den Anstieg der Lebensmittelpreise sind, fehlen auch Einnahmen. Das kann schnell zu ernsten sozialen Schwierigkeiten in Entwicklungsländern führen.

Welche Anlegeform empfehlen Sie für risikoaverse Anleger als Alternative zum Tages- beziehungsweise Festgeldkonto?

Die langfristig rentabelste Anlageform sind Aktien. Das Problem für viele Anleger sind die Schwankungen und die zeitliche Komponente, diese auch auszuhalten. Deswegen sind risikoadjustierte Strategien für viele Anleger ein guter Weg und angesichts der aktuellen Lage mit Negativzins, Verwahrentgelt aber auch Rekordständen bei Aktien und unsicheren Zeiten generell durchaus sinnvoll.

Was bedeutet die aktuelle Entwicklung für die Altersvorsorge, speziell für jüngere Menschen?

Zum einen, dass viele zinsbasierte Anlageformen wie Tagesgeld, aber auch Lebensversicherungen aus Renditesicht unattraktiv sind. Auf der anderen Seite ist es gut, dass sich viele junge Menschen mit Investment generell beschäftigen und Aktien gegenüber wieder aufgeschlossener sind. Man kann durchaus sagen, dass durch die Pandemie viele Sparer die Zeit genutzt haben, zu investieren. Aus meiner Sicht ist das ein Schritt in die richtige Richtung.