Bildung
24. April 2020 12:10  Uhr

Lernen als Basis für die Zukunft

Die Vermittlung von Wissen ist mehr denn je Voraussetzung für künftigen Wohlstand. Wie kann dies in der neuen Dekade gelingen?

Bildung und lebenslanges Lernen werden in den „neuen Zwanzigern“ mehr denn je die grundlegende Voraussetzung für die Sicherung von Beschäftigung und Wohlstand. | Foto: BillionPhotos.com – adobe.stock.com

Von Hubertus Stumpf

PASSAU. In den „neuen Zwanzigern“ muss angesichts der Megatrends Digitalisierung, Klimawandel und Globalisierung die Bildungs- und Wissensvermittlung neu angepasst werden. Denn Bildung sowie lebenslanges Lernen werden mehr denn je die grundlegende Voraussetzung für die Sicherung von Beschäftigung und Wohlstand – sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft.

Vorbei sind die Zeiten, in denen man als junger Mensch zur Schule und danach vielleicht auf die Universität ging und für einen bestimmten Beruf ausgebildet wurde, den man bis zur Rente ausübte. Der stetige Wandel, der ein prägendes Merkmal der digitalen Wissensgesellschaft ist, macht Neuorientierungen innerhalb der Erwerbsbiografie eines Menschen immer mehr zur Regel. Was früher eher als Makel ausgelegt wurde, wird heute zu einer Schlüsselfähigkeit: Lebenslanges Lernen auch außerhalb konventioneller Bildungsinstitutionen wird zum Muss.

Das mag sich für manchen, der mit Lernen Mühsal und Zwang verbindet, zunächst bedrohlich anhören. Doch auch die Art des Lernens verändert sich, geht teilweise hin zur spielerischen Aneignung von Wissen und Fertigkeiten. Und natürlich verändert der Megatrend der digitalen Vernetzung auch die Art der Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden.

Die rasante Fortentwicklung bei den Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz wird von den einen begeistert als Verheißung einer strahlenden Zukunft begrüßt, weckt aber bei anderen Befürchtungen, die bis zur düsteren Vision einer Roboterdiktatur reichen. Eines jedoch ist sicher: Urmenschliche Eigenschaften wie Kreativität, Urteilsvermögen und Empathie wird auch die intelligenteste Maschine niemals ersetzen können. Somit stellt sich die Frage, welchen Stellenwert eine klassische Bildung im Sinne ganzheitlicher Persönlichkeitsbildung über den Aspekt der Berufsausbildung hinaus in der modernen Gesellschaft haben sollte – und wie das Bildungssystem dem Rechnung trägt.

Wir alle sind täglich einer niemals versiegenden Informationsflut ausgesetzt, die zwar unser Wissen mehren, aber auch das Leben komplexer und unübersichtlicher machen kann. Die digitalen Medien sind nicht nur ein Instrument weltweiter Vernetzung und Verständigung, sondern werden auch zu gezielter Desinformation, Polarisierung und Spaltung eingesetzt. Ein Kernziel moderner Bildung muss daher auch in den kommenden Jahren die Erziehung zu Medienkompetenz sein.

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