Metall- und Elektroindustrieverband
23. März 2022 11:46  Uhr

Metall- und Elektroindustrie investiert in die Zukunft

Nach einem Rückgang in den Jahren 2020 und 2021 erwarten die Arbeitergeber für das laufende Jahr wieder einen Anstieg auf 14.000 Ausbildungsverträge. Eine Ausbildungsgarantie halten die M+E-Verbände für nicht zielführend.

Nachdem die Zahl der Auszubildenden in der Metall- und Elektronindustrie zwei Jahre in Folge gesunken ist, rechnet der Verband in diesem Jahr wieder mit einem Anstieg. Noch unklar sind allerdings die Auswirkungen des Ukrainekriegs und des damit verbundenen Zuzugs von Flüchtenden. Foto: industrieblick – stock.adobe.com

Von Gerd Otto

MÜNCHEN. Die Bereitschaft, mehr Auszubildende einzustellen, sei zwar da, doch es fehlten ausreichende und geeignete Bewerbungen. Auf diesen Nenner brachte Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm, die neueste Umfrage unter den Mitgliedsfirmen der beiden Verbände, die am Mittwoch vorgestellt wurde. War die Zahl der Ausbildungsverträge in der Metall- und Elektroindustrie des Freistaats im Pandemiejahr 2020 deutlich um 13,6 Prozent auf 13.789 gesunken, so kam es 2021 zu einem weiteren Rückgang auf 13.151, was einem Minus von 4,6 Prozent entspricht. Für das laufende Jahr rechnet Bertram Brossardt wieder mit einem Anstieg der Azubizahlen auf 14.000. Allerdings sei die Umfrage bereits vor dem Kriegsbeginn in der Ukraine abgeschlossen worden: „Die Auswirkung des zu erwartenden Flüchtlingszuzugs aus der Ukraine auf die Ausbildungssituation bleibt abzuwarten.“

Ablehnung für Ausbildungsgarantie

Vor diesem Hintergrund halten die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie eine von der Bundesregierung angekündigte Ausbildungsgarantie für wenig zielführend. „Die Herausforderungen durch den Fach- und Arbeitskräftemangel meistern wir nicht durch Bürokratie, sondern nur mit gezielter Berufsinformatik über die Perspektiven und Chancen, die unsere bayerische M+E-Industrie jungen Nachwuchstalenten bietet.“ Wirtschaft und Gesellschaft bräuchten in den allgemeinbildenden Schulen noch mehr gezielte Berufsorientierung und hochwertige Unterstützung bei der Berufswahl.

Übernahmesituation ist „sehr gut“

Als „sehr gut“ bewertet der Arbeitgeberverband die Übernahmesituation. Immerhin hätten über 90 Prozent der befragten M+E Unternehmen ihre Azubis 2021 befristet oder unbefristet übernommen. Für 2022 habe sich die Prognose noch einmal auf 93 Prozent verbessert. Diese Entwicklung zeige die hohe Investitionsbereitschaft der bayerischen Betriebe in die Zukunft, betonte Brossardt. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Anzahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge in der M+E-Industrie höher sein könnte: „Ungünstig wirkt sich vor allem der Bewerbermangel aus“, erklärt Brossardt. Den Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern nannten 52 Prozent der Unternehmen als Ursache für den Rückgang der Ausbildungsverträge. Fast 50 Prozent gaben an, dass sich zu wenige Bewerberinnen und Bewerber gemeldet hatten.

Attraktive Vergütung

Die tarifliche Ausbildungsvergütung in der bayerischen M+E-Industrie bezeichnet Brossardt als „sehr attraktiv“. Im Schnitt sind es über die gesamte Ausbildungszeit rund 1.111 Euro im Monat. In Kurzarbeit schickte die Azubis übrigens kein einziges der befragten Unternehmen. Gleichzeitig geht aus der Umfrage auch hervor, dass 95 Prozent aller Betriebe ihr Angebot an Praktikumsplätzen 2022 nicht reduzieren wollen. Einen hohen Stellenwert in den Unternehmen nimmt laut der Metall- und Elektro-Verbände das digitale Lernen ein – ein Aspekt, der durch die Pandemie zweifellos einen Schub erhalten habe.