Monatssieger Januar: Krones AG
2. Februar 2022 6:02  Uhr

Mit Recycling den Kreislauf schließen

Die Krones AG löst mit ihrer Wasch- und Dekontaminationstechnologie gleich zwei Probleme: Sie macht PET-Behälter wiederverwendbar und ermöglicht eine höherwertige Nutzung von Material aus Polyolefinen.

Mit Litepac hat Krones eine Sekundärverpackung geschaffen, die in der Produktion bis zu 90 Prozent weniger Energie verbraucht und sogar 70 Prozent weniger Abfall als Shrinkpacks verursacht. Foto: Kohl – Krones

Von Gerd Otto

NEUTRAUBLING. Nachhaltigkeit, Reduktion von Emissionen und schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen sind in den vergangenen Jahren stark in den Fokus der Gesellschaft gerückt. „Wir bei Krones nehmen unsere unternehmerische Verantwortung schon seit Jahren sehr ernst“, betont Ingo von Maltitz, Produktmanager für Pack- und Palettiertechnik der Krones AG. „Bereits vor über zehn Jahren hat Krones mit Enviro ein Nachhaltigkeitsprogramm ins Leben gerufen, das kontinuierlich weiterentwickelt wurde.“

Lag der Fokus zu Beginn von Enviro noch auf den Einzelmaschinen, geht es mittlerweile um ganze Anlagen, technische Systeme sowie insbesondere auch um innovative Verpackungslösungen aus der Krones Entwicklung, die nach Enviro-Kriterien bewertet und zertifiziert werden. „Wenn es ums Materialsparen geht, stehen meist die Getränkebehälter im Vordergrund. Doch auch die sogenannte Sekundärverpackung bietet so einiges an Einsparpotenzial“, erklärt Ingo von Maltitz.

Größter Vorteil für alle

Bei der Zertifizierung der Verpackungen werden auch grundlegende Fragen einbezogen: Wie wirken sich die verschiedenen Verpackungsarten auf die Umwelt aus? In welchem Verhältnis stehen diese Auswirkungen zu Funktion und Nutzen der Verpackung? Und welche Verpackung bringt für welchen Anwendungsfall den größten Vorteil – und zwar für Hersteller, Konsumenten und die Umwelt? Dieser Betrachtung musste auch die neu geschaffene Gebindelösung Litepac Top standhalten. Mit Erfolg: Mit Litepac Top hat Krones laut Maltitz „eine Gebindelösung geschaffen, die hochgradig nachhaltig ist“. Das Anwendungsgebiet von Litepac Top erstreckt sich auf PET-Einwegflaschen und Dosen. Bisher bestanden Gebinde beispielsweise für PET-Flaschen hauptsächlich aus sogenannten Shrinkpacks (Schrumpfverpackungen), also mit Folien umwickelten Behältern. Bei Litepac Top hält jedoch ein Karton unterhalb des Flaschenhalses oder des Dosenfalzes das Gebinde in Formation. Ein zusätzliches Umreifungsband sorgt für Transportsicherheit und Funktionsfläche. Der Karton besteht aus nachwachsendem Rohstoff und ist nach Gebrauch auch recyclingfähig. Durch einen Tragegriff auf Kartonbasis lassen sich auch die PET-Flaschen bequem greifen und tragen. Mit Litepac Top werden eindrucksvoll die Einsparpotenziale bei Sekundärverpackungen aufgezeigt. Durch den Wegfall der Umfolierung benötigt die Verpackungslösung bis zu 90 Prozent weniger Energie in der Herstellung und verursacht 70 Prozent weniger Abfall als die üblichen Shrinkpacks. Eine Ähnlichkeit gibt es aber auch mit den Shrinkpacks: Die komplette Verpackung ist nach Gebrauch zu 100 Prozent recyclingfähig.

Künftig weniger Abfall

Vollständig recycelbar und nach Gebrauch zu 100 Prozent recyclingfähig sind auch die PET-Einwegflaschen. Gelungen ist dies den Krones-Ingenieuren durch die Entwicklung der Meta-Pure-Recyclinganlagen, deren Technologie bereits seit 2009 auf dem Markt ist und stets weiterentwickelt wurde. Heute beruht diese Technik des Recycelns von PET-Behältern zu Flakes oder Pellets mit bester Wiederverwendbarkeit auf zwei Meta-Pure-Beinen. Zum einen ist dies das Waschmodul W-PET für die Vorbehandlung, Laugenwäsche und das heiße Nachwaschen. Zum zweiten bietet Krones auch das Dekontaminationsmodul Meta Pure S an, das sich durch einen geringen Energiebedarf und ein schonendes Materialhandling auszeichnet.

Die Wasch- und Dekontaminationstechnologie liefert Krones aus einer Hand, also als Turnkeypartner, mit dem zusätzlichen Vorteil, dass die hier entwickelten Recyclinglösungen für PET letztlich auf das Recycling der robusten Polyolefine (PO) übertragbar sind. Das Recycling eröffnet die Möglichkeit, das Material sogar noch höherwertiger wiederzuverwerten, was auch als sogenanntes Upcyceln bezeichnet wird. Durch den Wegfall der heute üblichen Shrinkpacks entsteht somit deutlich weniger Abfall, der problemlos wiederverwertet werden kann.