Gründerberatung
10. Dezember 2020 6:07  Uhr

Mit Tipps von den Senior-Profis zum Erfolg

Fahrräder waren schon immer seine Leidenschaft. Mit Unterstützung der Aktivsenioren macht Sebastian Bernhard nun seinen Traum wahr und eröffnet am Steinberger See ein Radl-Café mit Bike-Verleihstation.

Aktivsenior Bernhard Butz (li.) und der Wirtschaftsförderer des Landkreises Schwandorf Christian Meyer (re.) unterstützen Sebastian Bernhard bei der Unternehmensgründung. | Foto: Theo Kurtz

Von Theo Kurtz

STEINBERG AM SEE. „Es gibt wahrscheinlich mehr Bilder, die mich als Kind mit einem Radl zeigen als ohne“, sagt Sebastian Bernhard lächelnd. Drahtesel haben es dem Steinberger schon immer angetan. Jetzt will er sich seinen Traum erfüllen und sein Hobby zum Hauptberuf machen. Kräftig unterstützt wird er dabei vom Verein der Aktivsenioren im Landkreis Schwandorf.

Im vergangenen Jahr hat er schon mal den ersten Schritt dorthin unternommen. Der gelernte Elektriker, der bei Gerresheimer in Wackersdorf noch seine Brötchen verdient, hat in einem ehemaligen Tante-Emma-Laden einen Fahrradverleih eingerichtet, den er aktuell im Nebenerwerb betreibt. Damals schon hat er kräftig in den Ankauf eines Radfuhrparks investiert. „Es ist sehr gut angelaufen“, erzählt er. Dann kam heuer, „rechtzeitig“ zum Start in die neue Radlsaison, der Corona-Lockdown. Kein Grund aber für den zertifizierten Mountainbike-Guide, sein ganz großes Ziel aus den Augen zu verlieren: nämlich allein mit seinem Radverleih seine Brötchen zu verdienen. Im Gegenteil: Direkt am See will er sich mit einem Radl-Café und einer Bike-Verleihstation häuslich niederlassen. Und er drückt mächtig aufs Gas. Am 31. März 2021 will er bereits eröffnen.

Hilfe von der Gemeinde und von „alten Hasen“

Die Gemeinde griff dem Jungunternehmer unter die Arme und stellte ihm auf Erbbaurechtsbasis ein 4500 Quadratmeter großes Areal zur Verfügung, auf dem Bernhard in Eigenregie noch einen Pump-Track anlegen will. Doch eine Idee und das passende Gelände allein reichen natürlich nicht, um erfolgreich bestehen zu können. Bernhard lauschte daher einem Vortrag für Existenzgründer im Mittelstandszentrum Maximilianshütte in Maxhütte-Haidhof. Und dort lernte der 31-Jährige den Unternehmensberater Bernhard Butz kennen, der als sogenannter „Aktivsenior“ sein Wissen an Start-up-Gründer weitergeben möchte. Butz und sein Aktivseniorkollege Karl-Heinz Langner nahmen den Steinberger Radenthusiasten unter ihre Fittiche und helfen, wo immer sie können: bei der Analyse des Geschäftsmodells zum Beispiel, beim Akquirieren von Fördermitteln oder beim Erstellen eines Business- und eines Finanzplans. Schließlich muss ja auch noch eine Bank für das 200.000 Euro teure Projekt mit ins Boot geholt werden.

Netzwerk mit hochkarätigen Experten

„Wir räumen die Fallstricke weg, in denen sich Existenzgründer verheddern können“, erzählt Butz. Und sie lassen ihre Kontakte spielen, wenn zusätzliche Expertise notwendig sein sollte. Dafür können die beiden unter anderem auf das Vereinsnetzwerk mit vielen hochkarätigen Experten zurückgreifen. 430 ehemalige Manager und Führungskräfte zählt der Zusammenschluss allein in Bayern. Doch das Engagement der Aktivsenioren reicht natürlich noch viel weiter. „Wir begleiten die Jungunternehmer auch über die Firmengründung hinaus“, erklärt Butz. Das Beste für die Existenzgründer dabei: Die Aktivsenioren arbeiten ehrenamtlich. Wer ihren Beratungsdienst in Anspruch nimmt, muss lediglich eine Art Bearbeitungsgebühr in Höhe von 100 Euro entrichten. „Ich bin wirklich froh, dass mir die beiden zur Seite stehen. Die Zusammenarbeit ist hervorragend“, sagt Bernhard erleichtert. Angesichts des Radlbooms, den die Coronapandemie ausgelöst hat, und der Tatsache, dass sich der Steinberger See immer mehr zum Tourismusmagneten entwickelt, bescheinigen die Aktivsenioren ihm eine glänzende Unternehmenszukunft. „Das wird funktionieren, davon sind wir fest überzeugt“, sagt Butz.

Senioren suchen „Senior-Nachwuchs“

Die Aktivsenioren Bayern e. V. brauchen übrigens speziell für die Region Oberpfalz personelle Unterstützung. Aktuell sind gerade einmal ein halbes Dutzend Vereinsmitglieder im Regierungsbezirk im Einsatz. Doch der Beratungsservice soll weiter ausgebaut und auch geografisch unter anderem auf den Landkreis Cham ausgedehnt werden. „Speziell die Region um Roding ist mit ihren vielen Existenzgründern natürlich besonders interessant“, erläutert Butz.

Wer sich den Aktivsenioren anschließen möchte, sollte unter anderem eine qualifizierte Berufserfahrung in Unternehmen, in der Verwaltung oder als Selbstständiger mitbringen, über IT- und betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügen und ein großes Engagement bei der Unterstützung der Ratsuchenden an den Tag legen. Mehr Informationen dazu findet man auf www.aktivsenioren.de.