Bildung
6. April 2021 6:00  Uhr

OTH Regensburg erreicht Spitzenplatzierung

Im Gründungsradar des Stifterverbands belegt die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg bundesweit Platz 3 unter den mittelgroßen Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

Das Start-up Center der OTH Regensburg betreibt aktive Gründungsförderung – der Stifterverband bescheinigt diese vorbildliche Leistung der Hochschule im Gründungsradar 2020. | Foto: OTH Regensburg/Florian Hammerich

REGENSBURG. „Vorbildliche Leistungen“ in der Gründungsförderung bekommt die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) im aktuellen Gründungsradar 2020 des Stifterverbands bescheinigt. Bundesweit hat sich die OTH Regensburg trotz einer stärker werdenden Konkurrenz noch weiter verbessern können. Die OTH Regensburg erreicht Platz 5 aus 71 teilnehmenden Hochschulen und Universitäten in der Gruppe „Mittelgroße Hochschulen“ mit 5000 bis 15.000 Studierenden. Im letzten Gründungsradar 2018 kam sie noch auf Rang 7 aus 56 teilnehmenden Hochschulen und Universitäten. Bezogen auf die Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) belegt die OTH Regensburg sogar bundesweit erneut Platz 3. In Bayern landet sie unter allen HAW der Vergleichsgruppe auf Platz 1 – wie bereits beim Gründungsradar 2018.

Eine der führenden Hochschulen Deutschlands

„Mit dem gesamten Team vom Start-up Center der OTH Regensburg freue ich mich über dieses sehr gute Abschneiden“, sagt Prof. Dr. Sean Patrick Saßmannshausen, Leiter des Start-up Centers. „Wir sind damit auf dem Fachgebiet Entrepreneurship eine der führenden Hochschulen Deutschlands. In Bayern bleiben wir in der Größenordnung der mittelgroßen Hochschulen weiterhin die beste Hochschule für angewandte Wissenschaften“, so Prof. Saßmannshausen weiter. Der Gründungsradar zeichnet dabei eine dynamische Entwicklung nach: Im Gründungsradar 2013 rangierte die OTH Regensburg noch im Mittelfeld auf Rang 22 und hat sich seitdem kontinuierlich verbessert.

Gründungsklima hat sich weiter verbessert

Das Gründungsklima an den Hochschulen hat sich laut Stifterverband weiter verbessert. Der Großteil der Hochschulen, nämlich 85 Prozent, hat die Thematik in seiner strategischen Zielvereinbarung verankert. Vor der Covid-19-Pandemie mündeten die Gründungsaktivitäten der Hochschulen in eine dynamische Gründungskultur. Das zeigen die Zahlen der Gründungen aus Hochschulen heraus – sie sind seit 2017 um 22 Prozent auf 2176 im Jahr 2019 gestiegen. Im selben Zeitraum gab es aus der OTH Regensburg heraus 41 Ausgründungen. Start-ups aus der OTH Regensburg wie beispielsweise die Intence Automotive Electronics GmbH, die Timing Architects Embedded Systems GmbH, Anybill (Techreach GmbH), der Forest Manager (RBITech GmbH), Hans Brainfood GmbH oder jüngst die Serotalin GmbH haben inzwischen bundesweite oder gar internationale Bedeutung erlangt.

Forschungsergebnisse in die Praxis transferieren

Gründungen auf dem Gebiet des sogenannten Social Entrepreneurship helfen zudem, die Lebensbedingungen von Menschen auf der ganzen Welt zu verbessern. Ein Beispiel ist der Verein Hydro Solution e. V., der mit einer ebenso innovativen wie auch vor Ort gut handhabbaren Methode die Trinkwasserversorgung in den ärmsten Gegenden Kenias und anderen Ländern in Afrika nachhaltig verbessert. Laut Saßmannshausen wird mit der Gründungsunterstützung eine Vision verfolgt. Die Gründungsförderung an der OTH Regensburg unterstütze junge Menschen darin, ihre Träume vom eigenen Unternehmen zu verwirklichen. Forschungsergebnisse würden dadurch in die Praxis transferiert und über die Mechanismen des Marktes in die Welt gebracht. „Uns geht es nicht darum, bestehenden Wohlstand umzuverteilen, sondern neuen Wohlstand durch Innovationen zu erschaffen“, erklärt Saßmannshausen. „Die positiven Auswirkungen des Gründungsgeschehens sind vielfältig. Die Selbstverwirklichung der Gründer sowie die Unabhängigkeit, die eigene Chefin oder der eigene Chef zu sein, sind dabei nur ein Aspekt von vielen. Es kommt viel Gutes und Neues durch die Ausgründungen in die Welt.“ (wz)

Gründungsradar

Der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Gründungsradar wird im zweijährigen Turnus in Kooperation mit der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung durchgeführt. Er wurde 2012 erstmals erstellt. Der Gründungsradar 2020 ist die fünfte Befragung, an der sich knapp 60 Prozent der Hochschulen in Deutschland beteiligten. Nach Angaben des Stifterverbands haben jedoch nahezu alle relevanten Hochschulen, das heißt Hochschulen, für die das Thema Gründungsförderung eine Rolle spielt, teilgenommen.