Quartiersentwicklung
1. Juli 2021 6:20  Uhr

Quartiere als urbane Zukunftstreiber

Urbane Zukunft im Miniformat: Wenn es um Wohnen oder auch ganz andere Herausforderungen geht, sind Quartiere längst zum wichtigsten Instrument der Stadtplanung geworden. Dementsprechend hoch sind die Ansprüche.

Quartiere wie das Gartenquartier Unterschleißheim sind zu einem wichtigen Instrument der Stadtplanung geworden. | Foto: wilkdesign.de

Von Jonas Raab

Und auf einmal sind sie da. Die Quartiere. Da, wo sich in Großstädten gerade die Kräne drehen, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere Minikieze mit ausgefallenen Namen aus dem Boden gestampft. Quartiere sind längst zum wichtigsten Instrument der Stadtplanung geworden, wenn es um Wohnen, aber auch um ganz andere Herausforderungen geht.

Die kleinen Städte in der Stadt werden die urbane Zukunft prägen. Zu diesem Schluss kommt nicht zuletzt die Deutsche Hypo in ihrer Studie „Moderne Stadtquartiere“. Dementsprechend lang ist die Liste an Anforderungen, die die Herausgeber an zukunftsfähige Exemplare stellen. Die Ergebnisse frei zusammengefasst: Den so dringend benötigten Wohnraum sollen sie schaffen, günstigen im Idealfall. Nachverdichten sollen sie, konvergieren im Idealfall. Arbeit, Wohnen und Freizeit sollen die Quartiere vereinen, die Stadt der kurzen Wege ermöglichen. Ressourcen und Energie sollen sie sparen, den Klimawandel stoppen im Idealfall. Ansehnlich sollen sie sein, das Stadtbild von morgen prägen im Idealfall. Öffentliches Leben sollen sie ermöglichen, verschiedene Kulturen und Schichten einander näherbringen im Idealfall. Zur digitalen Transformation der Städte sollen sie beitragen, Knotenpunkte der Smart City werden im Idealfall. Neue Mobilitätskonzepte sollen sie ermöglichen, das Auto überflüssig machen im Idealfall.

Den Idealfall vermisst Christian Bretthauer derzeit oft, wenn er gerade frisch bezogene Quartiere in Deutschland durchstreift. Er berichtet von zusammengewürfelten Straßen und Wohnblocks, von „Investorenarchitektur“, fehlender Gesamtsicht auf Projekte und überbordender Bürokratie. Bretthauer ist Geschäftsführer der DV Immobilien Management GmbH. Er entwickelt, baut und betreibt seit Jahrzehnten Quartiere für Gewerbe, Dienstleistung und Büro. Mit dem Gartenquartier Unterschleißheim wagt sich die DV Immobilien Gruppe jetzt das erste Mal an ein Wohnquartier – mitten im Münchner Speckgürtel, wo die Quartiere aus dem Boden sprießen wie Pilze im Herbst. Was Bretthauer dort besser machen will als andere, warum Stadt- und Quartiersentwicklung untrennbar vereint sind, welche Zukunftsmusik schon heute spielt und was uns die Niederländer dennoch voraushaben, erklärt er im Interview.

Interview

Quartiere geben der Stadt von morgen ein Gesicht

Christian Bretthauer, Geschäftsführer der DV Immobilien Management GmbH, im Interview über Vernetzungsmöglichkeiten in Quartieren, moderne Mobilität und seine persönlichen Wünsche für die Stadt der Zukunft.

Hier geht’s zum Interview …