Zukunftsmuseum
1. Oktober 2021 11:23  Uhr

Technologie mit Emotion

Plüschroboter und sprechende Kaffeemaschinen: Wie Roboter und künstliche Intelligenz unser Leben durchdringen, ist Gegenstand der Themenwelt „Arbeit und Alltag“.

Roboterarme gehören in der Fertigung längst zum Alltag. | Foto: Thomas Tjiang

Von Thomas Tjiang

NÜRNBERG. Die weiße Vitrine an der Mitmachstation mit dem Roboterarm signalisiert den Besuchern, dass diese Technologie bereits existiert und Alltag ist. Hier geht es darum, durch Kollaboration von Mensch und Maschine dem Roboterkollegen ein bestimmtes Bewegungsmuster anzutrainieren. Oder man probiert, mit einem Joystick in einem knapp bemessenen Zeitraum per Robotergreifarm eine Bombe zu entschärfen.

Nützlicher Helfer, gefährlicher Spion?

Viele dieser neuen Technologien sollen den beruflichen und privaten Alltag verbessern. In der Themenwelt „Arbeit und Alltag“ dreht es sich aber auch um die ungeklärte ethische Frage, wie viel Roboter und künstliche Intelligenz tatsächlich im Detail wünschenswert sind. Die plüschige Roboterrobbe reagiert auf Streicheln und kann etwa in Altenheimen eingesetzt werden. Die Kinderpuppe mit digitalem Innenleben erlaubt es Eltern und Puppenherstellern gleichermaßen, das Kinderzimmer auch aus der Ferne im Blick zu behalten. Der digitale Fortschritt dringt auch in die emotionale Erlebniswelt ein. So machen KI-Gadgets den Partner oder die Partnerin auch in einer Fernbeziehung fühlbar.

Date mit einem Roboter

Gut geschützt in einer Vitrine sitzt eine menschenähnliche Maschine mit verstörend echter Haut, die als Sexroboter einen menschlichen Partner ganz ersetzen soll. In manchen Lebensbereichen ist es noch offensichtlich, ob wir mit einem Menschen oder einer Maschine kommunizieren. Beim Mitmachspiel wird es schon ziemlich knifflig, zu unterscheiden, ob man sich nun im Austausch mit einer KI befindet oder an der anderen Seite der Leitung noch ein Mensch aktiv ist. Es wird auch die Frage aufgeworfen, ob die Geräte in einer digital vernetzten Küche irgendwann autonom untereinander diskutieren. Dann könnte die Kaffeemaschine die Information des Kühlschrankes „Meine Milch ist schlecht“ mit einem „Kaffee ohne Milch geht auch“ kommentieren und der Toaster wiederum darauf hinweisen, dass der Bewohner sowieso mal aus gesundheitlichen Gründen auf den Koffeinschub verzichten sollte.

Das führt zwangsläufig zu der gesellschaftlich brisanten Frage, wie viel Überwachung noch normal ist. Schon heute hinterlassen Menschen bereitwillig mit ihren digitalen Hilfsmitteln zahlreiche Spuren. Das beginnt mit einer Schlafapp, geht über Fitnesstracker, Routenplaner und Social-Media-Posts und endet längst nicht mit bargeldlosem Bezahlen und Überwachungskameras mit Gesichtserkennung.