Interview
5. August 2020 14:15  Uhr

Trainings-App soll Hobbykicker besser machen

Die App B42 des Start-ups SFY soll das Training von Hobbyfußballern professioneller machen und sie vor Verletzungen schützen. Simon Kofler, Chief Finance Officer (CFO), erklärt, wie die App und das Geschäftsmodell dahinter funktionieren.

Simon Kofler, Chief Finance Officer der SFY GmbH | Foto: Robert Torunsky

Von Robert Torunsky

Herr Kofler, die App B42 Ihres Start-ups SFY GmbH will die Amateurfußballer besser machen. Wie funktioniert das?

Simon Kofler: Unsere App bietet Trainings- und Rehaprogramme sowie Expertise im Bereich Sportlerernährung. Unser Ziel ist es, motivierte Hobbyfußballer auf ein neues Leistungsniveau zu heben, ihre Verletzungsanfälligkeit zu minimieren und im Falle einer Sportverletzung professionelle Reha-Unterstützung zu leisten. Alle Programme basieren auf sportwissenschaftlichen Erkenntnissen in Kooperation mit renommierten Sportärzten, Trainern und Therapeuten. Sie lassen sich dabei auf die individuelle Leistungsfähigkeit und Saisonphasen anpassen.

Was verbirgt sich hinter dem Namen B42?

Hinter dem App-Namen B42 steht die Geschichte von Jackie Robinson, dem ersten schwarzen Profisportler, dem es gegen alle gesellschaftlichen Widerstände gelang, in der US-Baseball-Profiliga MLB Fuß zu fassen. Er trug die Rückennummer 42. Sie darf im US-Baseball nie mehr vergeben werden. B42 steht für „Be 42“, übersetzt also „Sei die 42“, und verbindet damit ein Wertefundament für den Sport – nicht nur für den Fußball. Unser Start-up agiert als Sprachrohr für eine offene und inklusive Gesellschaft und gegen Hass, Ausgrenzung und Gewalt.

B42 verzeichnet bereits über 80.000 Nutzer. Wie ist Ihr Geschäftsmodell?

Die Nutzung der App ist kostenlos, ebenso der Zugriff auf Workouts und Ernährungsguides. Wer mit strukturierten Trainings- und Rehaplänen arbeiten möchte, kann sich für ein Abo-Modell entscheiden.

Die App ist seit Juli 2019 auf dem Markt und verzeichnete schon einige Erfolge.

Ja, Apple hat uns im Apple Store bereits als eine der beliebtesten Apps gefeaturt. Vor zwei Wochen haben wir den „UEFA Reimagine Football“-Award in der Kategorie „Amateurfußball“ gewonnen. Die Plattform wurde von der UEFA ins Leben gerufen, um den Fußball während und nach Corona neu zu denken, und sie hat prominente Unterstützer wie Manchester City, Ajax Amsterdam oder den niederländischen Verband KNVB.

Was sind Ihre Zukunftspläne?

Wir möchten gemeinsam mit Partnern Kooperationsmodelle entwickeln, um möglichst vielen Fußballern eine gesunde und fitte Zukunft zu ermöglichen. Erste Bundesligaclubs trainieren in ihren Nachwuchsleistungszentren bereits mit unserer App. Und wir haben vor einer Woche die englische Version der App gelauncht, um auch international am Ball bleiben zu könne. Mit Lina Magull vom FC Bayern München und Julia Simic vom AC Mailand haben wir schon zwei prominente Markenbotschafterinnen.