Gesundheitsversorgung
23. Februar 2022 6:04  Uhr

Universitätsklinik auf den Spuren von Kuno

Prominente Bürger engagieren sich für ein weiteres Forschungszentrum des Universitätsklinikums in Regensburg: Drei medizinische Fachrichtungen wollen künftig gemeinsam unter einem Dach agieren.

Zu den prominenten Unterstützern des geplanten Forschungszentrums zählt auch Armin Hary (li.). Der ehemalige Leichtathlet, Olympiasieger und erste Mensch, der 100 Meter in 10,0 s lief, ist hier nach überstandener Herz-OP zu sehen mit Professor Dr. Lars Maier, dem Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II. Foto: 2021 UKR, Martin Meyer

Von Gerd Otto

REGENSBURG. Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) wächst derzeit schneller, als der Masterplan von staatlicher Bauverwaltung und UKR dies bis weit über das Jahr 2030 vorgesehen hat. Verantwortlich für diese außerordentlich dynamische Entwicklung ist auch die Tatsache, dass das Universitätsklinikum als medizinisches Höchstversorgungszentrum für die gesamte ostbayerische Region mit etwas mehr als zwei Millionen Einwohnern zuständig ist. Für die Patientenversorgung werden aktuell 839 Betten sowie 52 tagesklinische Behandlungsplätze bereitgestellt. Ursprünglich war das Klinikum auf 1600 Betten ausgelegt, in den 70er-Jahren kam es jedoch zu einer deutlichen Reduzierung, als Gegenbewegung zu den Großkliniken, die zuvor die Krankenhausszene geprägt hatten.

Fliegende Intensivstation

Das Universitätsklinikum Regensburg gilt zudem als größtes Notfall- und Rettungszentrum in der Region. Dauerhaft am Universitätsklinikum stationiert ist ein Intensiv-Transport-Hubschrauber – eine fliegende Intensivstation mit modernster Ausstattung. Vor allem aber steht das UKR der schon in den 60er-Jahren auf den Weg gebrachten Medizinischen Fakultät der Universität Regensburg für Forschung und Lehre zur Verfügung. Immatrikuliert sind derzeit rund 2000 Studenten der Human- und Zahnmedizin. Universität und Universitätsklinikum Regensburg genießen national und international einen hervorragenden Ruf als medizinische Forschungsstätte. Hierbei konzentriert man sich in Regensburg auf drei Schwerpunktthemen: die Immuntherapie, die Tumorforschung und die Transplantationsmedizin.
Weit über die Grenzen Ostbayerns hinaus wurde das Universitätsklinikum Regensburg auch durch ungewöhnliche und kreative Projekte bekannt. Kuno, das Kürzel steht für die Kinder-Universitätsklinik Ostbayern, hätte wohl kaum verwirklicht werden können, wenn nicht in einer deutschlandweit einmaligen Spendenaktion, der „Aktion Kuno“, über zehn Millionen Euro an Spenden eingeworben worden wären.

Prominente Unterstützer

Nun will man an dieses Beispiel anknüpfen und mithilfe der Bevölkerung quasi als Anschubfinanzierer die Errichtung des Forschungszentrums D7 beflügeln. Einige prominente Bürger wie der Schauspieler Marcus Mittermeier, die Intendantin der Bayreuther Festspiele Prof. Dr. Katharina Wagner oder zuletzt 100-Meter-Olympiasieger Armin Hary engagierten sich spontan für dieses Projekt. Neben diesem Sponsoring aus der Region für die Region verspricht das hier geplante Forschungszentrum für Herz, Krebs und seltene Erkrankungen auch inhaltlich eine ganze Menge. Schließlich ist es im Forschungsbetrieb nicht selbstverständlich, dass sich gleich drei medizinische Fachrichtungen gemeinsam unter das Dach eines Forschungsgebäudes begeben. Doch exakt dies haben sich Prof. Dr. Lars Maier, der Chef des Universität Herzzentrums Regensburg (UHR), sowie Prof. Dr. Mark Berneburg vom Zentrum für Seltene Erkrankungen (ZSER) und Prof. Dr. Selim Corbacioglu, Leiter der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzellentransplantation (PHOS) vorgenommen.

Aktuell werden am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) rund 4000 Quadratmeter als „Forschungsfläche“ genutzt, insbesondere im Forschungsgebäude D5, wo für das Regensburger Centrum für Interventionelle Immunologie ein idealer Rahmen geschaffen wurde. Für das künftige Forschungszentrum D7 lohnt sich das Engagement der Region nicht minder. Weitere Informationen zum Zentrum und auch zu Spendenmöglichkeiten finden sich auf der Website des Uniklinikums Regensburg.