Innovationspreis: Monatssieger Juli
30. Juli 2020 6:00  Uhr

Virtuelle Lernformen besser nutzen

Mit „Train the Live Online Trainer“ hat TI Communication ein innovatives Schulungsangebot entwickelt. Das Programm erschließt Trainern und Coaches die Möglichkeiten, die das Lernen in virtuellen Räumen bietet.

Das Entwicklungsteam von „Train the Live Online Trainer“ (von links oben): Andrea Mewaldt, Gerhard Hain, Katerina Shapiro, Verena Nirschl, Stephan Hild, Susanna Bezzel und Anna Corbett Foto: TI Communication

Von Mechtild Nitzsche

REGENSBURG. Die Kontaktbeschränkungen zur Pandemieprävention wirkten sich nicht nur auf die Schulen aus. Auch Schulungsdienstleister, Coaches und Trainer im Unternehmensumfeld waren davon betroffen, dass Kurse, Vorträge und sämtliche Präsenzveranstaltungen von heute auf morgen nicht mehr stattfinden konnten. Doch deshalb stand der Schulungsbedarf nicht still. Im Gegenteil: Gerade in Zeiten, in denen die Digitalisierung im Office einen Schub erhält, Besprechungen ins Netz verlegt und Arbeitssysteme und -weisen generell auf den Prüfstand gestellt werden, ist Hilfe und Begleitung vom Profi gefragt.

Und so schnellten die Anfragen nach virtuellen Formaten in die Höhe – auch bei TI Communication: Das Regensburger Beratungsunternehmen hatte bei seinen Kunden schon länger ein gesteigertes Interesse an digitalen Bildungsformen festgestellt. Doch erst die Krise schaffte die Bereitschaft zur schnellen Veränderung. Und so reagierte man schnell und stellte mit „Train the Live Online Trainer“ ein modular aufgebautes Schulungsprogramm vor, das Coaches und Trainer im Umgang mit virtuellen Trainingsmethoden schult.

Kompetenz schnell gebündelt

Laut Geschäftsführer Gerhard Hain musste dieses Angebot nicht komplett neu aufgesetzt werden. „Unser Unternehmen konnte umgehend reagieren, da wir uns schon lange vor Corona intensiv mit diesen Themen beschäftigt hatten“, erklärt er. Mit vereinten Kräften, der schnell gebündelten Schulungskompetenz der eigenen Mitarbeiter und in vielen Nachtsitzungen sei in nur vier Wochen das Konzept entstanden.

„Train the Live Online Trainer“ richtet sich an Trainer, Personalentwickler und Mitarbeiter in Führungsverantwortung. Ziel des Programms ist es, ihnen bei der Transformation in den virtuellen Raum Sicherheit zu geben und sie zu einem selbstverständlichen Umgang mit den neuen Medien zu führen. Der modulare Aufbau soll es Teilnehmern jeder Kenntnisstufe ermöglichen, sich die jeweils benötigten Inhalte herauszupicken. Die sechs Module reichen von „Grundlagen: Lernen im virtuellen Raum“ bis zu „Größere Gruppen aktivierend und ergebnisorientiert moderieren“.

Das Thema ist Zukunftsfähigkeit

Das Programm „Train the Live Online Trainer“ ist übrigens kein Coronaangebot, das nach der Pandemie wieder eingestampft wird. Darauf legt Anna Corbett von TI Communication Wert: „Wir reden nicht von Corona, wir reden von Zukunftsfähigkeit. Das Ziel von ‚Train the Live Online Trainer‘ ist es, die Teilnehmer zu begleitenden Lerncoaches im Unternehmen zu machen.“ Lerncoaches befähigten die Mitarbeiter zu selbstverantwortlichem lebenslangem Lernen in einem sich ständig verändernden Unternehmensumfeld. „Die Personalabteilungen müssen dieser Entwicklung Rechnung tragen“, sagt Corbett.

Mit diesem innovativen Format möchte TI Communication gleich die Chance beim Schopf packen, gegen Vorbehalte gegenüber neuen, digital unterstützten Lernformen in der Unternehmenswelt anzugehen. Denn die sind immer noch groß, wie Andrea Mewaldt weiß. Sie führt Trainings unterschiedlichster Formate in Firmen verschiedener Branchen durch. „Als Trainer sind wir gefragt, in die Kommunikation mit den Personalentwicklern einzusteigen. Dabei habe ich oft gehört ‚das geht ja nicht im virtuellen Raum‘. Doch das stimmt so nicht. Im virtuellen Trainingsraum kann man deutlich mehr machen, als man denkt.“ Die Toolboxen, die sich jeder Trainer bereits erarbeitet hat, sollten natürlich nicht über Bord geworfen werden, erklärt sie. „Wir fragen vielmehr: Was davon kann ich wie in den virtuellen Raum transformieren? Und: Was ist zusätzlich noch machbar und nutzbar? Tatsächlich gibt es viele Add-ons, die das Präsenzformat so nicht bietet.“

Der große Aha-Effekt

Leider führe immer noch eine Schere im Kopf zu Fehleinschätzungen: „Viele glauben, virtuelles Lernen heißt am PC sitzen und in den Bildschirm schauen. Doch es ist auch möglich, ins Freie zu gehen oder zu einem bestimmten Thema für eine halbe Stunde einen Experten zuzuschalten.“ Auch haptische Lernanteile könnten eingebaut werden: „Unser Kollege Stephan Hild hat zum Beispiel Legopäckchen an Teilnehmer verschickt, die daraus am Schreibtisch etwas bauen sollten. Dieser Aspekt des ganzheitlichen Lernens ist auch sehr gut in die virtuelle Welt integrierbar.“ Und selbst für das gute alte Flipchart gibt es eine digitale Entsprechung: die Dokumentenkamera, die live überträgt, was mit Stift und Papier skizziert wird. „Der Aha-Effekt ist immer wieder groß, wenn klar wird, was man virtuell methodisch-didaktisch alles machen kann“, sagt Mewaldt.

„Train the Live Online Trainer“ wurde laut Gerhard Hain bereits erfolgreich durchgeführt. „Wir haben vorab in Probeeinheiten mit schon bestehenden Kunden wie zum Beispiel der Rhomberg Bau GmbH mit dem Ziel getestet, die Bedarfe zielgenau zu ermitteln.“ In die heiße Vermarktungsphase wird TI Communication im Herbst eintreten.