Interview
5. Februar 2021 6:02  Uhr

Vom Bankkaufmann zum Regenwurm

Franz Rösl ist Vorsitzender der IG gesunder Boden. Im Interview wirbt er dafür, den Boden nicht als leblose Masse zu sehen, sondern als lebendigen Organismus, der viel leisten kann – wenn man ihn nur lässt.

Franz Rösl, Vorsitzender der Interessengemeinschaft gesunder Boden | Foto: Attila Henning

Von Mechtild Nitzsche

Es sind ein paar Milliarden Jahre Erdgeschichte, auf denen Franz Rösl in seinem Büro im Regensburger Südwesten sitzt. Genau genommen trifft das auf jeden Erdenbürger zu. Doch Rösl ist, als Betreiber unter anderem eines Kohletagebaus, mit dieser Geschichte besonders verbunden. Und so verwundert es nicht, dass der Mann, der sich den Spitznamen „Regenwurm“ redlich verdient hat und ihn mit Stolz trägt, sich auch für die Zukunft dieser Erdgeschichte interessiert. Durch das Bürofenster fällt der Blick auf verschneite Felder, ein paar davon frisch umgebrochen und braun. „Boden mit Pflanze, das ist der Normalzustand“, sagt der Vorsitzende der IG gesunder Boden bei dem Anblick. „In der Natur gibt es keine braune Fläche, höchstens im Gebirge.“ Franz Rösl sorgt sich um das, was unsichtbar unter der Oberfläche liegt und dort wimmelt: Kleintiere und Mikroorganismen, die den Boden beleben. Doch die bräuchten dazu auch Futter, selbst im Winter – in Form von Pflanzen. Dieses Wissen über die Zusammenhänge rund um die Basis allen Lebens unter die Leute zu bringen, hat er sich zur Lebensaufgabe gemacht.

Herr Rösl, das Thema Boden scheint, wenn auch langsam, in das Bewusstsein der Öffentlichkeit einzusickern. Als Vorstand der Interessengemeinschaft gesunder Boden haben Sie sich den Zustand unserer Böden zum Lebensthema gemacht. Welche gesamtwirtschaftlichen Aspekte hat das Thema Boden?

Franz Rösl: Für mich ist der Boden die wichtigste Ressource, die wir Menschen haben: Zum einen liefert er uns die Mittel zum Leben, zum anderen ist er die Basis für unsere Gesundheit. Ohne Boden ist kein Leben möglich, er ist neben dem Wasser das wichtigste Kapital für die Menschheit. Und das meine ich nicht nur für die Landwirtschaft, sondern gesamtgesellschaftlich. Gut mit ihm umzugehen ist also genau genommen auch im Wortsinn ökonomisch, denn im Begriff Ökonomie steckt das schon drin: Ökonomie bedeutet haushalten, also wirtschaften im Sinne des Gemeinwohls.

Sie selbst haben keinen landwirtschaftlichen Hintergrund, sondern sind eigentlich Bauingenieur und führen seit 1997 die Firmengruppe Rösl. Woher rührt Ihr Engagement für die IG gesunder Boden?

Man könnte sagen, im ersten Leben war ich Bankkaufmann, im zweiten Leben Bauingenieur und im dritten Leben „Regenwurm“ – ich sehe das durchaus als Steigerung! Dafür gab es im Wesentlichen zwei Gründe. Ich war schon immer ein leidenschaftlicher Kompostierer und fasziniert von den Kreisläufen in der Natur: Die Natur ist auf Heilung ausgelegt, sie macht aus Abfall und Exkrementen beste Erde. Der zweite Schub kam durch die Übernahme der Firma. Als ich das Leonardit zum ersten Mal gesehen habe, war mir klar: Wir machen alles damit, aber verfeuern werden wir’s nicht! Leonardit ist Humus von besonders hoher Qualität, und im Laufe der Jahre habe ich gelernt, wie vielfältig seine Einsatzmöglichkeiten sind: zum Beispiel, dass man damit in der Tierhaltung den Antibiotikaeinsatz reduziert, dass Gülle mit Leonardit versetzt ihren Geruch praktisch verliert, oder dass Straßenbäume, die in mit Leonardit gemischtem Substrat wachsen, am besten gedeihen, weil sie am resistentesten gegen Nährstoff-, Salz- und Trockenstress sind – das hat mir der Bezirksmeister für Baumpflege der Stadt Regensburg einmal bestätigt. Leonardit gibt es sogar als Kapsel zum Einnehmen für den Menschen, es wird zur Revitalisierung des Magen-Darm-Trakts und zur Entgiftung verwendet. Dieser Naturstoff, der eigentlich nichts weiter ist als eine humifizierte Pflanzenwurzel, hat mir gezeigt, welche Kraft in Naturstoffen steckt. Die Gründung der IG war dann eine logische Folge. Denn durch das Leonardit hatte ich mit unterschiedlichsten Fachleuten zu tun: Veterinärmedizinern, Humanmedizinern, Pflanzenernährern, praktischen Bodenbewirtschaftern – alles Leute aus komplett unterschiedlichen Bereichen, die aber erkannt haben, dass ihr Problem mit der Bodengesundheit zusammenhängt.

Ökonomie bedeutet haushalten, also wirtschaften im Sinne des Gemeinwohls.

Beim Thema Boden denken die meisten an Landwirtschaft und das Problem der Bodenversiegelung. Welche Bodenthemen gibt es noch, die Ihrer Meinung nach zu wenig beachtet werden?

Der wichtigste Punkt ist für mich die schleichende Abnahme der Bodengesundheit. Ein Indikator dafür ist der Humusgehalt: Wenn man sich vorstellt, dass der vor dem Eingreifen des Menschen in unserer Gegend bei 20 bis 30 Prozent gelegen haben dürfte und wir heute auf Ackerflächen nur noch 1,5 bis 2 Prozent, auf Wiesen 3 bis 5 Prozent haben, erschrickt man. Wir sind dem Wüstenwert 0 deutlich näher als dem fruchtbaren Boden, den wir anfangs mal hatten! Damit gehen Probleme einher. Manche sind brutal offensichtlich. Erst einmal der Verlust der Artenvielfalt im Boden und in der Folge die Zunahme der Krankheiten bei Pflanzen, Tieren und Menschen und die Abnahme der Wasserqualität. Darauf müssen wir uns konzentrieren, das ist der Big Point. Wir wissen aus den Büchern: Wir sind komplett davon abhängig, was aus dem Boden herauskommt.

In der Konsequenz stellt sich da die Frage nach der Sicherheit und der Qualität unserer Ernährung. Sehen Sie eines von beiden in Deutschland auf lange Sicht gefährdet?

Zum Thema Ernährungssicherheit: Wenn wir nicht auf agrarökologische Systeme umstellen, die die Bodengesundheit als oberste Leitlinie haben, würde ich auf alle Fälle ja sagen. Und beim zweiten Punkt, der Qualität der Lebensmittel, würde ich nicht von einer Gefährdung sprechen, da sind wir schon mittendrin. Wir wissen längst, dass sich Bodengesundheit über die Ernährung auf unsere Gesundheit auswirkt, besonders auf den Darm, und das hat wiederum einen entscheidenden Einfluss auf unser Immunsystem und sogar auf unsere Psyche. Dieser Prozess läuft bereits, und das schneller, als uns lieb sein kann. Hätten wir nicht eine so gute medizinische Versorgung, wäre das noch viel augenfälliger. Das gilt auch fürs Wasser – durch die Aufbereitung wird viel kaschiert, da wird gerettet, was noch zu retten ist.

Wir sind dem Wüstenwert 0 deutliche näher als dem fruchtbaren Boden, den wir anfangs mal hatten!

Obwohl das Wissen über diese Zusammenhänge zunimmt, gilt „bio“ immer noch als Luxus, den man sich leisten können muss – als Verbraucher wie als Landwirt. Ist ökologisches Handeln nicht generell ein Draufzahlgeschäft und damit per se ein wirtschaftliches Paradox?

Das Gegenteil ist der Fall. Es gibt aktuelle Studien, die zeigen, dass unökologisches Handeln auch unökonomisch ist, weil es auf Kosten von Ökosystemleistungen geht, was wiederum extreme Folgekosten generiert. Wir sprechen hier von Effekten auf Klima, Gesundheit, Wasserqualität oder auch Bodenerosion. Das ist auch zeitnah zu sehen, wie zum Beispiel der niederländische internationale Großhändler von Bio-Obst und -Gemüse Eosta in seiner True-Cost-Rechnung dargelegt hat, oder sich auch bei „Richtig Rechnen“ der Regionalwert AG nachlesen lässt. Diese Kosten fallen schon heute an, doch sie werden aufgrund der Preisermittlung externalisiert, also in den Produktpreis nicht eingerechnet, sondern der Allgemeinheit aufgehalst. Dahinter steckt kein großer ominöser Plan, früher hatte man das eben nicht im Fokus. Doch heute ist das bekannt und nun liegt es an der Gesellschaft und an den politischen Rahmenbedingungen, wie schnell die Erkenntnisse der Wissenschaft umgesetzt werden. Wie wir gerade lernen, geht das manchmal schneller und manchmal langsamer.

Aus Sicht der Gesellschaft ist das nachvollziehbar, doch wie sieht es aus betriebswirtschaftlicher Perspektive aus, also beim einzelnen Landwirt?

Natürlich ist das Problem, vor dem der Landwirt steht, kein Luxusproblem. Der gesamtgesellschaftliche Kostenblock steht ihm als Entscheidungsgrundlage nicht zur Verfügung, und die Entscheidung gegen ein bodenfreundliches Bewirtschaftungssystem wird sicher auch oft aus der Not heraus getroffen. Ich möchte das auch nicht als Vorwurf verstanden wissen – aber ich würde schon dafür plädieren, dass wir schleunigst richtig rechnen. Und alte, falsche Prämissen über Bord werfen. Allgemeine Lehrmeinung ist nämlich immer noch, den Boden als einen passiven Nährstoffbehälter zu betrachten, in den man etwas hineinkippt und dann erntet, was mithilfe dessen, was man eingetragen hat, drauf wächst. Falscher könnte man gar nicht liegen.

Allgemeine Lehrmeinung ist immer noch, den Boden als einen passiven Nährstoffbehälter zu betrachten (…). Falscher könnte man gar nicht liegen.

Wie müsste die Lehrmeinung stattdessen lauten?

Der Boden ist ein lebendiges, symbiotisch arbeitendes System, das nur dann seine volle Funktion bieten kann, wenn es gesund ist. Hier ist übrigens bereits ein gewisses Umdenken festzustellen, und zwar gerade auch aus betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen heraus. Bereits seit ein paar Jahren stagnieren im konventionellen Landbau die Ernteerträge, und um sie zu generieren, muss man immer etwas mehr investieren – in der Regel Dünge- oder Pflanzenschutzmittel. Damit wird das Delta dessen, was übrigbleibt, immer dünner, bei so manchen konventionellen Betrieben läuft das fast auf Null hinaus. Ökologisch arbeitende Betriebe dagegen haben komplett andere Margen, was auch vernünftig ist, denn sie brauchen das Geld, um wieder zu investieren. Deshalb ist hier inzwischen auch das Interesse zu beobachten, sich einmal auf der anderen Seite umzusehen. Es muss ja nicht gleich ein Biobetrieb sein. Man kann mit aufbauender Landwirtschaft beginnen, seine Böden fitter machen und wird dann feststellen, dass der Input, den man leisten muss, zurückgeht. Es ist immer überraschend, wie wenig Biobetriebe fremd zukaufen müssen. Wenn man Nährstoffkreisläufe nicht unterbricht, sondern nutzt, kann man hier extrem sparsam arbeiten. Das schlägt sich auch in der Klimabilanz nieder – die wird vom Mineraldünger, insbesondere vom Stickstoff, der im Haber-Bosch-Verfahren hergestellt wird, ja komplett vernichtet.

Inwiefern?

Um in diesem Verfahren ein Kilogramm Stickstoff herzustellen, braucht man etwa zwei Kilogramm Öl. Da kann man sich vorstellen, welchen Energieaufwand man allein aufgrund der Düngung betreibt! Es ist verwunderlich, dass dieses CO2 noch nicht längst eingepreist wird. Ein weiterer Punkt ist der Humusverlust durch den anhaltenden Trend einer humusverlierenden Bewirtschaftungsweise: Humus besteht zu 58 Prozent aus Kohlenstoff, der beim Abbau natürlich als CO2 in die Atmosphäre gelangt. Man geht davon aus, dass bis zu 50 Prozent des CO2-Anstiegs von der Bodendegradation herrührt – und von der Landnutzungsänderung. Nehmen wir einen Buchenlaubmischwald: Ein Baum besteht zu über 50 Prozent aus Kohlenstoff, zu der sichtbaren Biomasse muss man die unterirdische Wurzelmasse dazurechnen, das ist etwa nochmal soviel. Plus das Leben, das an der Wurzel hängt – Kleingetier, Insekten, Bioorganismen bis hin zu Bakterien. Verschwindet der Wald, verschwindet auch der an und in ihm gebundene Kohlenstoff, und wohin? In die Atmosphäre. Wer tatsächlich den Klimawandel eindämmen möchte, müsste in erster Linie diese Landnutzungsänderung im Auge haben – und sie in die andere Richtung umdrehen.

Verschwindet der Wald, verschwindet auch der an und in ihm gebundene Kohlenstoff, und wohin? In die Atmosphäre.

Im Oktober haben EU-Parlament und die Agrarminister der Mitgliedstaaten ihre jeweiligen Positionen zur künftigen gemeinsamen Agrarpolitik GAP beschlossen. Damit ist die EU-Agrarreform in die nächste Verhandlungsphase eingetreten. Wie sehen Sie das: Ist die Reform gut oder schlecht für unsere Böden?

Ich habe ehrlich gesagt wenig Hoffnung, dass für den Boden daraus etwas Gutes folgt. Der von der Kommission vorgeschlagene Green Deal, der einige richtige Ansätze enthielt, wurde von den Mitgliedsstaaten abgelehnt und ist gar nicht mehr Teil der GAP-Verhandlungen. Es gab schon einmal eine Initiative der Kommission, bei der der Bodenschutz eine starke gesetzliche Grundlage bekommen sollte, doch die ist unter anderem durch Deutschland und Frankreich abgelehnt worden. Auch momentan ist diese Bodenrahmenrichtlinie wieder im Gespräch, aber nur bei den engagierten Leuten. Käme das heute zur Abstimmung, gäbe es dafür keine Mehrheit.

Welchen Weg wird Europa Ihrer Beobachtung nach stattdessen gehen?

Die Tendenz geht zum Precision Farming und zu – zur Not auch gentechnisch – angepassten Pflanzen. Aus unserer Sicht ist das jedoch völlig zu kurz gesprungen. Wenn man die Böden fit macht und die richtigen Pflanzenarten und -sorten einsetzt, könnte man noch ein ganz anderes Pflanzenertragspotenzial nutzen. Denn, dass wir uns hier nicht falsch verstehen: Im Prinzip ist gegen ein gutes, leistungsfähiges Landwirtschaftssystem nichts zu sagen. Doch das volle Potenzial unserer Kulturpflanzen ist noch längst nicht ausgereizt und deshalb sehe ich noch keine Notwendigkeit, über das Thema Gentechnik zu diskutieren. Damit sollte man doch erst anfangen, wenn man in allergrößter Not ist, wenn einem sonst gar nichts mehr einfällt. Wir sind aber längst noch nicht in einer solchen Not: Das sieht man schon allein daran, dass ein Drittel der hergestellten Lebensmittel gar nicht verzehrt, sondern weggeworfen wird.

Was wollen Sie denn von einem kranken Boden? Da haben Sie eine kranke Pflanze drauf, die würde in einem natürlichen Umfeld sofort absterben.

Vegetarismus, Veganismus, Paleo- und Frutarier-Ernährung, Skandale in der Fleischindustrie: Ernährungsthemen sind gerade sehr en vogue. Ließe sich diese neue Offenheit nicht positiv für die Sache des Bodens nutzen?

Ich kann mir bloß die Augen reiben, dass der Zusammenhang zwischen Ernährung und dem Zustand der Böden bisher so konsequent ignoriert wurde. Im Prinzip ist das einfach: Wenn man gesundes Wasser haben will und gesunde Pflanzen zur gesunden Ernährung der Menschen, dann braucht man gesunde Böden. Doch offenbar kommt die Information erst langsam an. Sehr hilfreich sind da Informationsinitiativen, wie aktuell die Aktion Boden-Brot der Bäckerinitiative Freie Bäcker e. V., die auch von der IG gesunder Boden unterstützt wird. Wer da ein Brot kauft, findet auf der Tüte eine Erklärung, warum es so wichtig ist, dass das Getreide von einem gesunden Boden kommt. Das muss in die Köpfe rein. Wäre das bekannter, würde man keine Nahrung von kranken Böden mehr wollen. Was wollen Sie denn von einem kranken Boden? Da haben Sie eine kranke Pflanze drauf, die würde in einem natürlichen Umfeld sofort absterben. Um diese Pflanze noch irgendwie zur Ernte zu bringen, muss man zigmal raus aufs Feld, um mit chemischen Mitteln nachzuhelfen. Aber für welches Ergebnis? Pflanzen, die gesund auf einem gesunden Boden wachsen, entwickeln gegen natürlichen Stress in Kommunikation mit dem Boden ein eigenes Immunsystem. Von diesen Biostoffen, den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen, gibt es unheimlich viele verschiedene, und bei rund 30.000 Stoffen wurde bereits eine – für den Menschen! – gesundheitsfördernde Wirkung festgestellt. Bei der wie oben beschrieben bis zur Ernte zwangsernährten Pflanze fällt das weg. Der Luxuskonsum führt dazu, dass die Pflanzen selbst keinerlei nennenswerte sekundäre Pflanzenstoffe bilden.

Fridays for Future hat den Freitag schon für den Klimaschutz gekapert. Bräuchten wir vielleicht einen Thursday for Soil?

Eine prima Idee, aber verbunden mit einem ganz konkreten Handeln! Die Klimakrise ist wie gesagt zu einem Großteil die Folge der Landnutzungsänderung, auf deren Kosten bis zu 50 Prozent des vom Menschen verursachten CO2-Anstiegs in der Atmosphäre gehen. Natürlich ist auch die Verbrennung von fossilen Energieträgern ein Thema, aber man sollte doch bitte nicht ganze 50 Prozent ausblenden! Ein anderes, noch wenig bekanntes Beispiel ist das Kohlendioxid in bodennahen Luftschichten, das als Dünger wirkt. Das Problem ist, die bodennahe Luftschicht auch bodennah zu halten, und das hat wiederum mit Landschaftsgestaltung zu tun. Wenn es keine Sträucher und keine Hecken gibt, dann weht einmal der Wind durch und der erhöhte CO2-Anteil, der aus dem Boden ausgeatmet wird, ist weg. Dann kann er auch zur Pflanzenernährung nichts mehr beitragen, und die Pflanzen können ihn auch nicht mehr aus der Luft binden. Das könnte man eine Lose-Lose-Situation nennen. Wenn ich der Atmosphäre CO2 entziehen möchte, muss ich Pflanzen wachsen lassen. Auch deshalb ist ein brauner Acker nicht up to date. Und hier kann wirklich jeder etwas beitragen: den heimischen Steingarten wieder bepflanzen, Pflanzungen anderswo oder auch Bodeninitiativen unterstützen, auch Bekannte dazu bringen und das Thema einfach wo es geht zur Sprache bringen.

Franz Rösl

Franz Rösl absolvierte an der Fachhochschule Regensburg ein Studium der Fachrichtung Bauingenieurswesen. Seit 1997 ist er Geschäftsführer der Firmengruppe Rösl, die neben anderen Geschäftsfeldern auch das Kompost- und Erdenwerk Liemehna bei Leipzig und das Erdenwerk, Leonardit- und Tontagebau Friedrich-Zeche in Regensburg betreibt. 2016 gründete Franz Rösl die IG gesunder Boden, die sich die Vernetzung und Vermittlung des Wissens über Bodengesundheit zur Aufgabe gemacht hat. Hier engagiert er sich in der Beratung und Zusammenarbeit mit Landwirten mit dem Schwerpunkt Humusaufbau, Kompostierung, Tiergesundheit, Gülleaufbereitung und Verringerung von Nährstoffverlusten.

Aktion Boden-Brot

Der Geschmack von Erde in der Brottüte

Gesunder Boden, gutes Brot: Nach dieser Devise hat der Verein Die Freien Bäcker e. V. die Aktion Boden-Brot gestartet. Mit dem Erlös soll eine Bildungsinitiative gestartet werden.

Foto: Cavan – stock.adobe.com

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