Technologie
21. August 2020 11:35  Uhr

Vorsprung durch Technik?

Die Technologieabhängigkeit von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wird in den „neuen Zwanzigern“ ein neues Allzeithoch erreichen.

Mit Blick auf die Coronapandemie, die ökonomische und ökologische Krise, den Klimawandel, die demografische Entwicklung und den Wandel in der Arbeitswelt sind technologische Innovationen nicht nur willkommen, sondern dringend notwendig. | Foto: Gorodenkoff – adobe.stock.com

Von Stefan Ahrens

REGENSBURG. In seinem 1970 veröffentlichten und über sechs Millionen Mal verkauften Bestseller „Der Zukunftsschock“ warnte der US-Futurologe Alvin Toffler vor einem sich zu rasch vollziehenden technologischen Wandel. Dieser würde, so fürchtete er, innergesellschaftlich zu massiver sozialer Entwurzelung, politischer Instabilität und negativen Folgen für Umwelt und Ökologie führen. Toffler, der auch das Aufkommen einer post-industriellen Gesellschaft in Form eines durch Daten getriebenen Informations- und Technologiezeitalters prognostizierte, stand mit seinen Thesen bereits drei Jahre vor dem Club-of-Rome-Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ dem technologischen und politischen Optimismus der 1950er und 1960er Jahre skeptisch gegenüber.

40 Jahre später, zu Beginn der „neuen Zwanziger“, bedarf Tofflers Grundthese jedoch einer Ergänzung: Denn nicht nur ein zu schneller, sondern auch ein sich zu langsam vollziehender technologischer Wandel kann Gesellschaften und Volkswirtschaften negativ beeinflussen. Mit Blick auf die Coronapandemie, die ökonomische und ökologische Krise, den Klimawandel, die demografische Entwicklung und den Wandel in der Arbeitswelt sind technologische Innovationen nicht nur willkommen, sondern dringend notwendig.

Einer der wichtigsten Aspekte der Technologisierung ist zweifellos die notwendige Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft. Während diese in Deutschland und großen Teilen Europas lange Zeit äußerst zögerlich vorangetrieben wurde, vollzieht sie sich umgekehrt in den USA und China in atemberaubender Geschwindigkeit. Egal ob Amazon und Alibaba, Facebook und Tencent oder Apple und Huawei: Die größten Tech-Konzerne der Welt sitzen entweder jenseits des Atlantiks oder in Fernost. Manch amerikanisches Tech-Unternehmen ist inzwischen an der Börse wertvoller als alle 30 Dax-Konzerne zusammen und auch der US-Elektroautomobilhersteller Tesla ist seit kurzem an der Börse mehr wert als VW, Daimler und BMW gemeinsam. China wiederum will zum Jahr 2030 zur führenden KI-Nation aufsteigen. Kurzum: Die beiden Supermächte werden mit hoher Wahrscheinlichkeit in der kommenden Dekade die digitale Welt unter sich aufteilen. Dennoch hat auch Deutschland Möglichkeiten, sich in den „neuen Zwanzigern“ behaupten, sagt Professor Dr. Gerd Hirzinger.

Interview

Die Technologisierung bietet große Möglichkeiten

Ist die totale Technologisierung des Lebens Fluch oder Segen? Die Vorteile überwiegen, sagt Prof. Dr. Gerd Hirzinger, ehemaliger Leiter des Instituts für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt Oberpfaffenhofen.

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