Neue Serie
24. Februar 2021 6:02  Uhr

Wie wird die Stadt der Zukunft aussehen?

Großstadtleben oder doch lieber raus aufs Land? Die neue WZ-Jahresserie „Die Stadt der Zukunft“ wirft einen Blick darauf, wie wir unser Zusammenleben künftig gestalten.

Kolosse aus Glas und Stahl bestimmen bei vielen die Vision von der Stadt der Zukunft. Doch es gibt auch andere Denkmodelle. | Foto: Jan Becke – stock.adobe.com

Von Stefan Ahrens

OSTBAYERN. Wo wollen wir leben, und vor allem: Wie wollen wir leben? Diese Fragen werden sich in den kommenden Jahren immer mehr Menschen stellen. Denn aufgrund der globalen Bevölkerungsentwicklung, der ökologischen Krise und des Klimawandels sowie immer älter werdender Gesellschaften braucht es für ein gelungenes Zusammenleben zwischen Jung und Alt, Arm und Reich sowie Mensch und Tier neue Ideen.

Laut UN-Prognosen wird es schon in den nächsten Jahren mehr als 40 Megacitys mit jeweils mehr als zehn Millionen Einwohnern geben. Aktuelle Riesenstädte wie Tokio – in der Metropolregion leben 37 Millionen Einwohner –, Shanghai mit 23 oder New York City mit 20 Millionen werden keine großen Ausnahmen mehr sein. Die naheliegende Frage angesichts dieser aus allen Nähten platzenden „Stadtstaaten“ muss lauten: Wie können die Menschen dort in Zukunft umwelt- und energiefreundlich, bezahlbar, sozial gerecht und sicher wohnen?

Die Urbanisierung schreitet auf der ganzen Welt voran

Auch in Europa und Deutschland muss diese Frage beantwortet werden, denn auch hier werden die Städte immer größer. Hierfür muss immer öfter ins Umland ausgewichen werden, landwirtschaftliche Flächen und Lebensraum für Tiere werden zunehmend knapper. Und trotz aller Bestrebungen für mehr innerstädtischen Wohnraum kann das Angebot der hohen Nachfrage oft nicht standhalten. Die Folge sind stark steigende Immobilienpreise und eine wachsende Unzufriedenheit über die zunehmende Chancenungleichheit.

Deswegen werden Städte so konzipiert sein müssen, dass sämtliche Aspekte des öffentlichen Lebens ineinandergreifen und miteinander vernetzt sind. Für Megacitys und Metropolen muss das Ziel daher lauten, diese effizienter, technologisch fortschrittlicher und grüner zu gestalten – und dabei sozial niemanden auszuschließen. Geschehen kann dies nur mithilfe technischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Innovationen. Eine kluge Verkehrspolitik kann, flankiert durch New Work und Mobile Office, die Ballungsgebiete und Innenstädte entlasten. Wegfallende Laden- und Büroflächen können zu Wohn-, Erholungs- und der Allgemeinheit dienenden Begegnungsräumen umfunktioniert werden. Und manch einer wird es den sogenannten „Hipsturbians“, also gut ausgebildeten jungen Menschen, gleichtun, die freiwillig die Rückkehr in die Vorstädte antreten, um sich dort zu verwirklichen und zu engagieren.

Es gibt mehr als nur einen Weg des Zusammenlebens

Von all diesen Fragen handelt unsere neue Jahresserie „Die Stadt der Zukunft“. In den kommenden Ausgaben der Wirtschaftszeitung werden Experten zu Wort kommen, interessante Städte und Smart-City-Konzepte vorgestellt, neue Ernährungstrends wie Urban Gardening und Vertical Farming thematisiert sowie die zukünftige innerstädtische Mobilitätsentwicklung vom guten alten Fahrrad über Carsharing bis zu Hyperloops und Flugtaxis untersucht. Zudem werfen wir als Wirtschaftszeitung für Ostbayern auch einen Blick durch die ostbayerische Brille: Welche Entwicklungen, Trends, Unternehmen und Protagonisten treten in unserer Region im Hinblick auf die Urbanisierung in Erscheinung? Welche Best-Practice-Beispiele gibt es in unserer Region? Und wie wird gerade in Ostbayern das künftige Zusammenleben aussehen? Diese und noch viele weitere Themen werden wir in unserer neuen Jahresserie unter die Lupe nehmen. Eines kann bereits verraten werden: Es wird vielfältig.

Neue Serie: Die Stadt der Zukunft

Smart Citys, Städte und der Klimawandel, Ernährung und Mobilität in der Stadt: Um diese und weitere Themen geht es bei der neuen Serie der Wirtschaftszeitung. Einen ersten Überblick über einige der geplanten Themen lesen Sie hier.