Mobilität
24. Juli 2020 11:43  Uhr

Wird das Flugtaxi zum Symbol?

Die Bahn investiert in die Zukunft. Gleichzeitig werden das Flugtaxi und andere Varianten für autonome Mobilität weiterentwickelt.

Mit dem Flugtaxi den Stau einfach überfliegen  bis dieses Szenario Wirklichkeit werden könnte, sind noch etliche Hürdenzu überwinden. Foto: unlimit3d – stock.adobe.com

Von Gerd Otto

REGENSBURG. In früheren Jahrzehnten, sagen wir mal so vor 100 Jahren, waren es speziell in Ostbayern Einzelpersönlichkeiten und kleine Werkstätten, familiengeprägte Ideenschmieden, die sich auf den Weg in die Zukunft machten. Oskar und Richard Scheubeck etwa, die Gründer der Maschinenfabrik Reinhausen, wagten sich sogar an den Bau eines Flugzeugs und ließen sich auch nicht entmutigen, als „ihr“ Prototyp im Regen landete. Schließlich hatten ja auch die Luftschiffpioniere um Ferdinand Graf von Zeppelin selbst spektakulärste Unfälle weggesteckt.

Neben der geistigen Mobilität trieb die Menschen schon damals die Frage um, wie man möglichst komfortabel von A nach B kommt. Stand der Zeppelin für den Luftverkehr und galt der Untergang des für unsinkbar gehaltenen Luxusdampfers Titanic im Jahr 1912 als Symbol einer weltumspannenden Mobilität zur See, so sorgte in der Region die Eisenbahn dafür, dass zum Beispiel auch kleinere Oberpfälzer Ortschaften erschlossen wurden. Nach Regensburg bereits 1859 sowie Amberg, Schwandorf oder Weiden sorgten später auch Projekte wie das Walhalla-Bockerl von Regensburg nach Wörth für Aufbruchstimmung.

Heute geht es vor allem um klimafreundliche Mobilität, und die Bahn erlebt in Deutschland offenbar tatsächlich eine Renaissance. Erst in diesen Tagen hat sich die Deutsche Bahn (DB) auch von der Coronakrise nicht abhalten lassen, für eine Investitionssumme von einer Milliarde Euro 30 zusätzliche ICE-Hochgeschwindigkeitszüge zu ordern. Weniger prickelnd geht es im Nahverkehr zu. Dass die Transrapid-Version von Max Bögl zwar in der Oberpfalz erdacht wurde, nun aber in China umgesetzt wird, könnte durchaus als Beleg dafür dienen. Auch die Tatsache, dass der Tausendsassa Elon Musk aus den USA ausgerechnet den Nachfahren der deutschen Autopioniere Carl Benz und Rudolf Diesel eine „Gigafactory“ seines Nachhaltigkeitsautomobils Tesla vor die Nase setzt, sollte zu denken geben.

Immerhin: Vor einigen Tagen hat in Bayern das viel zitierte, häufig noch belächelte Flugtaxi zum ersten Mal abgehoben. Dieser City Airbus, der frühestens in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts Passagiere im Linienverkehr befördern dürfte, soll ohne Pilot fliegen, also autonom zur Lösung der Stauprobleme in den Großstädten beitragen. Autonomes Fahren wird ohnehin schon länger diskutiert, auch wenn laut ADAC 45 Prozent der Autofahrer die Verlässlichkeit der Technik anzweifeln.

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