Monatssieger Dezember: Meindl Entsorgungsservice
29. Dezember 2021 6:10  Uhr

Zeit gespart und Emissionen vermieden

Auf einer Route von ursprünglich 150 Kilometern haben IT-Experten für die Meindl Entsorgungsservice GmbH dank einem besonderen Telematiktool eine halbe Stunde Zeit und 30 Kilometer Fahrstrecke eingespart.

Per Smartphone sind die Fahrer der Meindl-Laster mit dem für die Tourenplanung entwickelten Programm verbunden, wie Reinhard Meindl und seine Tochter Mona erläutern. | Foto: Martin Rosner

Von Gerd Otto

LAPPERSDORF. Wenn ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell lange Zeit eigentlich „nur“ darauf ausgerichtet war, Abfallprodukte von A nach B zu befördern, schon frühzeitig auf Digitalisierung setzt, dann steckt dahinter mehr als lediglich ein Entsorgungsauftrag. Richard und Reinhard Meindl, die dritte Generation der 1952 gestarteten Firmengruppe, denken bei ihrem „smart entsorgen“-Slogan mit der Zielrichtung etwa der Routenoptimierung jedenfalls gleichermaßen an die Zukunft ihres Unternehmens wie an den Klimaschutz. Inzwischen ist man dabei, aus den bisher benutzten Insellösungen mit den am Markt, also im Baukasten bereits vorhandenen Teilen ein Ganzes zu schmieden. Über die Plattform „binvoll“ zum Beispiel melden die Container der Meindl-Kunden via App/Browser, dass sie voll sind. Bereits nach einem Jahr, so freut sich Reinhard Meindl, konnte die 10 000. Meldung registriert werden.

Impulse von der nächsten Generation

Die Basis für diese Neuausrichtung des Unternehmens, speziell in puncto Optimierung logistischer Prozesse, hat bezeichnenderweise die bereits vierte Generation gelegt. Mona Meindl, die Tochter von Reinhard Meindl, ist heute ebenso wie ihre Cousine Steffi Meindl schon im Familienunternehmen aktiv und hatte sich 2018 mit ihrer Bachelorarbeit am BWL-Lehrstuhl der Universität Regensburg ganz bewusst dem Thema „Distribution Districting“ gewidmet. Für ihre Fallstudie am Beispiel des Entsorgungsgebiets der Müllabfuhr von Meindl wurde sie sogar für den Studentenpreis der Wirtschaftszeitung nominiert. Vor allem aber konnte man durch die Erkenntnisse aus der Bachelorarbeit die Gebietsaufteilung entscheidend verbessern. Um eine regelmäßige Entleerung in einem festgelegten Rhythmus für die Einwohner zu gewährleisten, wurden die 32 Gemeinden des Landkreises Regensburg in zehn Gebiete aufgeteilt, entsprechend den zehn Arbeitstagen im zweiwöchigen Turnus.

Routen- und Verkehrsinfos in Echtzeit

Doch das war erst der Anfang. Inzwischen spielt die Software für die Kommunikation zwischen den Disponenten der Meindl Entsorgungsservice GmbH und den derzeit über 140 Lkw-Fahrern die entscheidende Rolle. An Bord der Fahrzeuge steht den Mitarbeitern ein Smartphone zur Verfügung, sodass sie stets in Echtzeit über alle wichtigen Informationen verfügen, etwa über aktuelle Verkehrsstaus oder auch mit Blick auf Unfälle. Dementsprechend werden die Lkw-Fahrer auch intensiv von IT-Experten betreut. Die Vorzüge dieser Routenoptimierung können längst mit konkreten Zahlen beziffert werden. Mit einem Telematiktool, also der Vernetzung von IT-Systemen, wird bei rund 150 Kilometern eine halbe Stunde Zeit gespart und es werden rund 30 Kilometer weniger zurückgelegt. „Da kommt aufs Jahr gerechnet einiges an Emissionen zusammen, die wir einsparen,“ ist Reinhard Meindl überzeugt.

Auch wenn er auf die Ortskenntnis der Mitarbeiter nicht verzichten will, so hat sich Meindl zu einem weiteren digitalen Schritt entschlossen, der an das einst sehr beliebte Videospiel „Pacman“ erinnert. Dabei wird sichtbar, wo der Fahrer eines Meindl-Lasters gerade den Müll abholt. Und: Auf einer Straßenkarte werden die Mülltonnen als rote Punkte skizziert, die sich zu einem Kreis verändern, also geschluckt werden, wenn die Leerung vollzogen ist.