Zukunftsmuseum
1. Oktober 2021 9:02  Uhr

Zielort menschlicher Träume

Der Traum von fernen Galaxien begleitet die Menschheit schon lange: Was Traum bleiben muss und was Realität werden kann, zeigt die Themenwelt „Raum und Zeit“.

Das Leben auf einem fremden Planeten bleibt ein Traum. | Foto: Thomas Tjiang

Von Thomas Tjiang

NÜRNBERG. Das erste imposante Ausstellungsstück in der Themenwelt „Raum und Zeit“ ist die sowjetische Foton 1 Raumkapsel. Sie absolvierte bereits 1985 einen unbemannten, zwölftägigen Flug durchs All. Die Ausstellung erlaubt den Besuchern einen ganz dichten Blick auf die angeschmauchte Oberfläche der Raumkapsel.

Der Weltraum war schon immer ein Zielort menschlicher Träume, aber auch Bühne für den Wettbewerb der Systeme zwischen Ost und West. Aktuell geraten die Rohstoffe auf dem Mond ins Visier ehrgeiziger Nationen wie privater Unternehmen. Es drohen Konflikte um die wenigen geeigneten Standorte auf unserem Erdtrabanten. Natürlich findet sich auch das Modell einer Weltraumstation, der Inbegriff menschlicher Träume oder auch der Hollywood-Traumfabrik, im Nürnberger Museum.

Krafttraining im Weltall

Ganz einfach wird eine Entdeckertour in die unendlichen Weiten des Weltalls nicht. Ein menschengroßer Bildschirm zeigt den Astronauten Alexander Gerst, der zweimal auf der Internationalen Raumstation ISS lebte und arbeitete. Er berichtet in seiner Weltraumuniform von den körperlichen Belastungen, um den Knochen- und Muskelabbau im All zu bekämpfen. Dafür sind täglich zweieinhalb Stunden Krafttraining angesagt. Die aktuelle Tücke für Weltraumforscher: Bei einem bemannten Flug zum Mars mit seinen rund 55 Millionen Kilometern ist kein Platz für Trainingsgeräte – auch ein Aspekt, den Wissenschaftler lösen müssen. Wer selbst in die Rolle eines Chefnavigators schlüpfen will, kann bei einer Mitmachstation seine Begabung beim zeitverzögerten Lenken des Mars-Rover-Modells über den roten Planeten unter Beweis stellen.

Müllkippe Orbit

Wer mit einer Rakete in den Orbit möchte, sollte allerdings vorsichtig sein. Denn nach dem Prinzip „Aus den Augen, aus dem Sinn“ wird die Erde von einem riesigen Mantel aus Weltraumschrott umhüllt. Der Weltraumfan lernt in diesem Bereich, dass rund 34.000 Teile mit einem Durchmesser von rund zehn Zentimetern herumdüsen. Hinzu kommen noch einmal 128 Millionen Metallobjekte, die in der Größe einer Euro-Münze mit bis zu 40.000 Stundenkilometern gefährliche Wirkungen erzeugen können.

Etwas abseits in einem separaten Raum kann man sich mit einer VR-Brille auf eine Zeitreise ins Nürnberg des Jahres 2050 begeben. Dort muss man Gegenstände einsammeln und zurück in die Gegenwart schicken.