Business-Stream-Vortrag
25. Juni 2020 18:30  Uhr

Mut ist auch in Coronazeiten machbar

Der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Volker Busch begeisterte mit einem engagierten Onlinevortrag zum Thema „Stark und stabil durch die Krise“ die Mitglieder des Wirtschaftszeitung Businessclubs.

Prof. Dr. Volker Busch
Prof. Dr. Volker Busch. | Foto: Petra Homeier Fotografie, Regensburg

Von Stefan Ahrens

REGENSBURG. Die Coronapandemie ist aktuell die größte Bewährungsprobe für unsere Gesellschaft. Die politischen und wirtschaftlichen Folgen sind vielschichtig, teil unabsehbar und für nahezu jeden relevant. Kein Wunder also, dass sich in einer solchen Situation neben dem Virus auch Mutlosigkeit und Zukunftsängste rasant verbreiten. Als echter Mutmacher erwies sich da in der vergangenen Woche ein spannender und positiv stimmender Vortrag des Regensburger Neurowissenschaftlers Prof. Dr. Volker Busch für die Mitglieder des Businessclubs der Wirtschaftszeitung.

Anleitung zum Mutigsein für Nicht-Superhelden

Busch, seit rund 15 Jahren als Neurowissenschaftler, Arzt und gefragter Speaker tätig, sprach zu den Zuhörern, die coronabedingt per Videochat zugeschaltet waren, über das Thema „Mut ist machbar – Hoffnung und Zuversicht gewinnen in unsicheren Zeiten“. In seinem knapp einstündigen Vortrag erklärte er, wie es auch ganz normalen Menschen gelingen kann, in schwierigen Lebenssituationen Mut zu entwickeln und bewusst mit den eigenen Angstgefühlen umzugehen. Busch erklärte zudem, dass die Größe der jeweiligen Angst oftmals vom Umgang mit ihr abhängig ist. Um dies zu veranschaulichen, zog er eine Szene aus Michael Endes beliebten Kinderbuchklassiker „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ heran: Dort begegnen die beiden Hauptfiguren unter anderem dem sogenannten „Scheinriesen“ Herrn Tur Tur – einer Gestalt, die umso größer erscheint, je weiter man von ihr entfernt ist. Doch nur, wer sich ganz nah an Herrn Tur Tur heranwagt, so Busch, könne erkennen, dass er eigentlich genauso groß ist wie jeder normale Mensch. Auch manche Ängste erweisen sich beim näheren Hinsehen oftmals als „Scheinriesen“, sagte der Neurowissenschaftler. Ein offener Umgang mit ihnen könne bereits vielfach beruhigend wirken.

Krisen ermöglichen Neuanfänge – und zwar immer

Volker Busch sagte außerdem, dass Krisen immer einen Neuanfang ermöglichen. Dies liege laut Busch schon in der etymologischen Herkunft des Wortes selbst begründet: Denn „Krise“, altgriechisch „krisis“, heiße übersetzt „Entscheidung“ sowie „Wendepunkt“. Dieses Wissen sollte dazu einladen, Lebenskrisen als Möglichkeiten zu betrachten, das eigene Leben neu auszurichten. Als Vorbilder für die eigene Lebens- und Daseinsbewältigung zitierte und nannte Busch Geistesgrößen wie Sokrates, Marc Aurel, Michel de Montaigne oder den österreichischen Psychologen und Holocaustüberlebenden Viktor Frankl.

Interview

Mut und Zuversicht in ungewissen Zeiten

Der bekannte Neurowissenschaftler und Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie Dr. Volker Busch sprach kürzlich per Business-Stream-Vortrag im Wirtschaftszeitung Businessclub. Im Gespräch mit der Wirtschaftszeitung verrät er, wie man in ungewissen Zeiten Zuversicht und Hoffnung gewinnen kann.

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