Monatssieger Juli: Krones AG
26. Juli 2019 12:57  Uhr

Eine Revolution in der Bierabfüllung

Der Dynafill der Krones AG hilft Brauereien dabei, Zeit, CO, Raum, Füllgut und Energiekosten einzusparen.

Prof. Dr. Peter Hofmann
Prof. Dr. Peter Hofmann Foto: Krones

Von Robert Torunsky

NEUTRAUBLING. Eine herkömmliche 0,5-Liter-Bierflasche wird in rund neun Sekunden abgefüllt – der neue Dynafill der Krones AG schafft diesen Vorgang in unter fünf Sekunden. Die beeindruckende Zeitersparnis wird dadurch realisiert, dass Füller und Verschließer nicht mehr wie bisher zwei Funktionseinheiten, sondern beim Dynafill erstmals auf einer Maschine kombiniert sind. Doch nicht nur die Fast-Verdopplung der Geschwindigkeit macht den Dynafill zur Revolution in der Abfüllung von Bier: Neben der höheren Ausstoßleistung und geringerem Platzbedarf sind die gesteigerte Abfüllqualität, der im Vergleich zu konventionellen Systemen um 20 Prozent geringere CO-Verbrauch, eine größere Stabilität im Füllprozess, die ideale Innenreinigung und die leichtere Zugänglichkeit weitere Vorzüge des Dynafills. „Wir haben den Abfüll- und Verschlussprozess komplett neu gedacht. Als Weltmarktführer darf man nicht nur Deltainnovationen realisieren“, berichtet Prof. Dr. Peter Hofmann. Der Leiter Forschung & Entwicklung bei der Krones AG ist sehr froh darüber, dass der Vorstandsvorsitzende Christoph Klenk und die Konzernspitze ebenfalls so denken und handeln. Der Innovationsdialog sei ein wichtiger Teil der Unternehmenskultur und zeichne den Global Player mit Sitz in Neutraubling aus. „Wir wollen an die Grenze des physikalisch Machbaren gehen. Das ist die Triebfeder“, sagt Hofmann.

Nachdem die Krones AG ihren neuen Bierabfüller auf der Drinktec 2017 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert hatte, wurde der Prototyp bei der Regensburger Brauerei Bischofshof in die bestehende Anlage eingebunden. Seitdem arbeitete der Füller dort unter Realbedingungen und wurde kontinuierlich weiterentwickelt. „Bier ist ein Lebensmittel und deswegen besteht ein hoher Sicherheitsanspruch. Wir sind daher sehr dankbar, einen Partner wie Bischofshof vor der Haustür zu haben, der es uns ermöglicht, unter Livebedingungen zu testen. Im Labor wären nur Grundprinzipien möglich“, sagt Hofmann und unterstreicht damit die Bedeutung des Langzeitpraxistests, der sehr erfolgreich verlief. Im April 2019 wurde das innovative Füllsystem offiziell in Betrieb genommen – der Dynafill verarbeitet seitdem 36 000 Flaschen pro Stunde.
Die bei der Inbetriebnahme anwesenden Brauer waren begeistert. „Wir kommen bei den Anfragen kaum nach“, freut sich Hofmann über das riesige Interesse der Branche. Auch große Brauereien aus dem Ausland hätten bereits Interesse an dem neuen Füller bekundet. Die neue Stabilität im Füllprozess – Getränke lassen sich nicht nur kalt, sondern auch warm bei Temperaturen bis zu 25 Grad abfüllen – spiele beispielsweise für Brauereien in Lateinamerika eine signifikante Rolle, die das Bier nun nicht mehr herunterkühlen müssten und somit Energiekosten einsparten.

Auch der geringere Platzbedarf – der Dynafill ist trotz seiner höheren Leistungsfähigkeit um 50 Prozent kompakter als gängige Anlagen – sei für Bierhersteller interessant: „Die Ressource Raum spielt bei Brauereien eine große Rolle, da sie meist sehr knapp ist“, weiß Hofmann.
Ein weiteres Highlight ist laut Hofmann die gesteigerte Abfüllqualität. Der geschlossene hygienische Füll- und Verschließbereich sorge für optimale Produktreinheit, da, anders als bisher, kein Rückgas in den Kessel zurückgeführt werden müsse.

„Außerdem ist keine Hochdruckeinspritzung mehr erforderlich und die Verluste beim Füllgut gehen gegen Null“, so Prof. Dr. Peter Hofmann. Trotz der erreichten Ziele werde der Dynafill fortlaufend weiterentwickelt, um auch hinsichtlich des Einsatzes von künstlicher Intelligenz und den stets steigenden Kundenanforderungen zukünftig noch kompakter und modularer zu werden.

Der Dynafill der Krones AG hilft Brauereien dabei, Zeit, CO, Raum, Füllgut und Energiekosten einzusparen.