Innovationspreis: Monatssieger Juni
24. Juli 2020 12:45  Uhr

Hoffnung für eine ganze Branche

Die Lösung WR – Kinexon Safe Zone der Regensburger Eventagentur WR Events und der Kinexon GmbH aus München hilft, Mindestabstände zu wahren und Infektionsketten nachzuvollziehen.

Die WR – Kinexon Safe Zone hilft dabei, auch bei Großveranstaltungen den nötigen Mindestabstand einzuhalten. | Foto: Berli Berlinski

Von Robert Torunsky

REGENSBURG. Die Coronakrise hat fast jede Branche hart getroffen. Besonders schlimm waren die Folgen aber für die Veranstaltungsbranche: Sämtliche Messen, Kongresse, Tagungen und Workshops fielen den staatlichen Gesundheitsschutzmaßnahmen zum Opfer und wurden abgesagt oder verschoben. Die schwerwiegenden Folgen spürte auch WR Events am eigenen Leib. Der in Regensburg beheimateten, europaweit tätigen Eventagentur, die unter anderem für die Organisation der „Rewag-Nacht in Blau“ verantwortlich zeichnet und Merchandisingprojekte für internationale Kunden im Motorsport und auf Messen anbietet, brach von heute auf morgen ein Großteil der Aufträge weg.

In einem Kurzarbeit-Brainstorming suchten die beiden Geschäftsführer Jürgen Wittmann und Zoltán Ritter nach Auswegen. Eine private Verbindung zu Dieter Krockauer, Leiter Digital Transformation bei der Kinexon GmbH, brachte Wittmann und Ritter auf die Idee, die bislang in der Industrie 4.0 eingesetzte Technik des Münchener Technologieunternehmens auch für die Eventbranche zu nutzen. Kinexon trug mit seinen Lösungen nicht nur zum Restart des Profisports bei, sondern sorgt auch in Großbetrieben dafür, dass bei einer Coronainfektion im Unternehmen nicht gleich der gesamte Betrieb stillsteht. Mit dem Know-how von WR Events entstand nun der Hoffnungsträger für eine ganze Branche, die WR – Kinexon Safe Zone.

Sensor sorgt für den nötigen Abstand

Alles, was Veranstalter dafür benötigen, ist ein Ultrabreitband-Sensor für jeden Gast. Dieser rund 15 Gramm leichte, „Safe Tag“ genannte Sensor kann am Körper – etwa in der Hosentasche oder am Akkreditierungsband – getragen werden. „Die WR – Kinexon Safe Zone sorgt über ihre Warnfunktion effizient dafür, dass beispielsweise Messebesucher einen sicheren Mindestabstand zueinander halten und damit das Ansteckungsrisiko signifikant reduziert wird“, sagt Wittmann. Bei der Basisversion wird einmal pro Sekunde der Abstand zwischen den Sensoren gemessen. Unterschreitet der Abstand die vorgeschriebenen 1,5 Meter, leuchtet die auf dem Safe Tag angebrachte LED rot. Wird der Abstand länger als sechs Sekunden unterschritten, wird zusätzlich noch ein Warnsignal ertönen. „Abstand und Zeitfenster können auch auf andere Werte eingestellt werden“, erklärt Ritter.

Inbetriebnahme in nur einem Tag

Die Technik hilft nicht nur den Besuchern, Abstand zu halten und versehentliche Kontakte zu vermeiden, sondern ermöglicht auch dem Veranstalter die Organisation von hochfrequentierten Bereichen. Apropos Organisation: Die ist denkbar einfach und die Inbetriebnahme kann innerhalb nur eines Tages erfolgen. Der Veranstalter gibt dann am Empfang jedem Besucher einen Safe Tag, der mit einer Sensor-ID hinterlegt ist und so ganz einfach den Gästen zugeordnet werden kann. Das ist für die erweiterte Version entscheidend. Diese fügt den Sensoren und den Messungen noch eine Software hinzu, durch die die Infektionsketten und die Sensoren, die miteinander in Kontakt waren, nachvollzogen werden können. Falls es zu einer Ansteckung kommt, kann so die Infektionskette verfolgt werden.

Datenschutz wird gewährleistet

Das Besondere dabei: Der Datenschutz wird großgeschrieben und der Aufwand klein gehalten, da eindeutig nachvollziehbar ist, mit wem der Coronainfizierte kritischen Kontakt hatte. Die Messung beschränkt sich dabei nur auf die Abstands- und Zeitmessung. „Es wird nicht erfasst, ob die Abstandsverletzung auf der Rolltreppe oder in der Cafeteria passiert ist, sondern eben nur, dass sie stattgefunden hat“, berichtet Ritter. Eine GPS-Ortung oder die Erhebung von personenbezogenen Daten findet nicht statt. „Analoge Lösungen wie Klebestreifen am Boden sind bei größeren Veranstaltungen nicht umsetzbar, Apps haben unter anderem den Nachteil, dass die Bluetooth-Funktionalitäten auf den Smartphones unterschiedlich sind“, nennt Jürgen Wittmann die Vorzüge der WR – Kinexon Safe Zone, die übrigens komplett made in Bavaria ist und in großem Stil produziert werden kannDie möglichen Einsatzgebiete der WR – Kinexon Safe Zone beschränken sich dabei nicht nur auf Events, auch Betreiber von Flughäfen oder Kreuzfahrtschiffen und deren Gäste könnten davon profitieren. Zusätzlich planen die Kooperationspartner der innovativen Lösung, den Safe Tag noch weiterzuentwickeln.

Ist der Mindestabstand gewahrt, gibt der Safe Tag grünes Licht.

Die Sensoren des Safe Tag messen einmal pro Sekunde den Abstand untereinander und die Dauer eines Kontaktes zwischen einem oder mehreren Besuchern. Die Messung erfolgt in Echtzeit. Wird der Mindestabstand zwischen zwei Besuchern für längere Zeit unterschritten, geben die Sensoren ein Lichtsignal und einen akustischen Warnton ab. Ist der Mindestabstand gewahrt, gibt der Safe Tag grünes Licht. Foto: Berli Berlinski