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3. November 2020 12:34  Uhr

Auf dem Weg zum CO2-neutralen Unternehmen

Egal, ob es um das Einsparen von Emissionen geht, ums Recycling oder um Elektromobilität: Der Infineon-Standort Regensburg ist Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit.

Im Regensburger Infineon-Werk werden nicht nur Produkte für den Erhalt der Umwelt hergestellt, es ist auch selbst von Natur umgeben. Foto: Jehle Will

REGENSBURG. Anfang des Jahres gab Dr. Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG, ein ambitioniertes Versprechen: In zehn Jahren, sprich 2030, wird der größte Halbleiterhersteller Deutschlands, der einen Standort auch in Regensburg hat, ein CO2-neutrales Unternehmen sein. Das Ziel bezieht sich auf den eigenen Fußabdruck bei Treibhausgasen und schließt neben allen direkten Emissionen auch indirekte Ausstöße durch Elektrizität und Wärme ein. Bereits bis 2025 sollen die Emissionen um 70 Prozent gegenüber 2019 gesenkt werden.

Verbindliche Zielvorgaben

„Mit dem Ziel der CO2-Neutralität geben wir ein Versprechen nach außen, an dem wir uns messen lassen wollen“, sagte Dr. Ploss, als der CO2-Plan im Februar dieses Jahres auf der Infineon-Hauptversammlung in München vorgestellt wurde. „Gleichzeitig ist es Motivation nach innen, alles zu unternehmen, um den eigenen CO2-Fußabdruck weiter zu minimieren. Immer bessere Lösungen zu finden ist das, was uns bei Infineon antreibt.“
Um die gesteckten Ziele zu erreichen, setzt Infineon vor allem auf die Vermeidung direkter Emissionen und die kontinuierliche Reduzierung des Energiebedarfs seiner Anlagen und Prozesse. Dabei spielen der weitere Ausbau des Energieeffizienzprogramms sowie die Anstrengungen zur intelligenten Abluftreinigung eine entscheidende Rolle. Der Regensburger Infineon-Standort steht dabei besonders im Fokus.

Ökologischer Musterbetrieb

Dank zertifizierter Entsorgungs- und Verwertungskonzepte und durch die Verringerung von Emissionen gilt Infineon Regensburg als ökologischer Musterbetrieb der Halbleiterfertigung. „Effizienzmaßnahmen und Verbrauchsreduktion umzusetzen, ist bei uns oberstes Gebot“, erklärt Jörg Recklies, Sprecher der Infineon-Betriebsleitung in Regensburg. „Dafür stehen das Facility Management und unser Energie-Manager im ständigen Austausch mit der Betriebsleitung.“ Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe man so eine Stromeinsparung in Höhe von 1,7 Gigawattstunden und eine Erdgaseinsparung von rund 5,4 Gigawattstunden erreicht. Für das Geschäftsjahr 2020/21 sei geplant, mit einer neuen Wärmepumpe weitere zwei Gigawattstunden Erdgas einzusparen und auch der Ausbau der LED-Technik werde in Zukunft einiges bewirken, sagt Energiemanager Arnold Gruber.

Prozessoptimierung und Recycling

Der Ressourcenverbrauch am Standort Regensburg wird durch die ständige Optimierung von innerbetrieblichen Herstellungsprozessen und intelligente Konzepte zur Wiederverwendung so gut wie möglich reduziert. „Wir müssen stets über den Tellerrand schauen. So gelten gebrauchte Schwefel- und Phosphorsäure bei uns als verschmutzt, andere Industriezweige aber können es sehr gut verwenden. Daher bringen wir diese gebrauchten Säuren, die quasi ein Rohstoff sind, direkt weiter“, wie sein Kollege, der Abfallmanager Andreas Eimer erklärt. Beim Recycling kann der Regensburger Infineon-Standort eine Verwertungsquote von 90 Prozent vorweisen. Möglich macht das die Fokussierung auf die getrennte Sammlung von Abfallfraktionen. „Schauen wir auf das Beispiel Lösemittel: Diese werden nach dem Gebrauch separat gesammelt und zum Recycling zur Lohndestillation gebracht, um hinterher bei uns am Standort wieder eingesetzt zu werden. Wichtig ist, alles als Wertstoff und nicht als Abfall zu betrachten.“

Elektro-Lkw im Regelbetrieb

Im Juni ging am Standort Regensburg ein elektrischer Lkw in den Regelbetrieb. Das Fahrzeug des Logistikpartners Kühne+Nagel fährt viermal pro Arbeitstag die Strecke zwischen dem Werksgelände und einem externen Versorgungszentrum im Osten der Stadt. Infineon setzt das Fahrzeug dazu ein, Materialien wie Verpackungen und Werkstoffe, aber auch Produkte zu transportieren. Die von Framo entwickelte Batterie hat eine Kapazität von 115,6 Kilowattstunden – genug Reichweite also für die täglich zurückgelegte Strecke von 100 Kilometern. Dank Elektroantrieb spart der Lkw dabei jährlich rund 18 Tonnen CO2 ein – im Vergleich zu einem Dieselfahrzeug derselben Größe sind das zwischen 60 und 100 Prozent weniger Emissionen, auch dank Mikrocontrollern von Infineon, die im Lkw verbaut sind und das Batteriemanagement regeln.

Green Energy ab 2021

Da das Ziel, bis 2030 ein komplett CO2-neutrales Unternehmen zu sein, ein ambitioniertes ist, ruht man sich in Regensburg nicht auf den Errungenschaften der letzten Jahre aus. „Infineon Regensburg plant, ab dem Kalenderjahr 2021 auf Green Energy umzustellen. Dies soll dann durch Beschaffung mit entsprechenden Herkunftsnachweisen erfolgen. Darüber hinaus ziehen wir die Erweiterung der Onsite-Photovoltaikanlage in Betracht. Regensburg nutzt bereits an einigen Gebäuden diese Anlagen. Aktuell prüfen wir, ob wir noch mehr in die Fläche gehen können“, sagt Recklies.

 

Kleines, das Großes bewirkt: Halbleiter aus Regensburg werden in vielen Gebieten eingesetzt. So tragen sie etwa zur Steigerung der Energieeffizienz elektronischer Geräte bei oder auch zur Steuerung von Windkraft- und PV-Anlagen. Ein in Coronazeiten besonders aktuelles Beispiel ist der Smart Entrance Counter: Auf Basis von Radartechnologie hilft er dabei, Menschenansammlungen in öffentlichen Gebäuden zu verhindern. Foto: Infineon Technologies

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