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22. April 2021 12:59  Uhr

Dauerhafter Erfolg ist ein Prozess

Roland Seehofer, Geschäftsführer des Gewerbepark Regensburg, spricht im Interview über die Bedeutung von Weitblick und Initiative auf dem Immobilienmarkt.

Das Antizipieren von Trends ist der wichtigste Erfolgsfaktor im Gewerbepark Regensburg. | Foto: Timo Lauber – one4two

Von Mechtild Nitzsche

Herr Seehofer, Sie haben das 40-jährige Jubiläum des Gewerbeparks 2020 unter das Motto „Vordenker“ gestellt. Was zeichnet einen Vordenker aus?

Roland Seehofer: Eines vorweg: Wir haben das Vordenken nicht gepachtet und betrachten es nicht als Geschäftsziel. Doch bei den Vorbereitungen zum Jubiläum haben wir festgestellt, dass wir immer wieder mit Entscheidungen richtig lagen und Themen frühzeitig parat hatten, die für unsere Mieter später sehr wichtig wurden. Vordenken, das heißt analysieren, denken, viel Handwerk, anpacken – und dann funktioniert das. Dass Prognosen in Zeiten wie diesen nur bedingt seriös möglich sind, ist natürlich auch klar. Pandemie ist Pandemie, da lässt sich vieles nicht voraussagen. Aber man kann beginnen, die Rahmenbedingungen zu setzen, die nach Corona nötig sein werden.

Warum ist das „Vordenken“ gerade auf dem Geschäftsgebiet des Gewerbeparks Regensburg so essenziell?

Dazu muss man den Bogen zur Philosophie des Gewerbeparks spannen: Die Immobilie, wie wir sie aus Sicht des Bestandshalters begreifen, zählt zu den langfristigsten Gütern überhaupt. Um hier auf Dauer erfolgreich zu sein, ist es nötig, ständig den Status quo zu analysieren, Zukunftstrends aufzuspüren und zu bewerten: Ist das ein Strohfeuer oder geht es um langfristige Veränderungen in der Arbeitswelt, mit Auswirkungen auf den Arbeitsplatz? Dann ist es unsere Aufgabe als Immobiliendienstleister, Flächen zur Verfügung zu stellen, in denen die Arbeitsplätze, die in der Zukunft nötig und gefragt sind, optimal integriert sind. Da grenzen wir uns klar etwa von Bauträgern oder Fonds ab.

Inwiefern?

Dadurch, dass viele Prozesse von den Gründern vom ersten Tag an ganz anders angegangen wurden. Sie haben eine eigene Infrastruktur geschaffen, das reicht von Straßen bis zur Gastronomie. Sehr früh wurden Verkehrs- und Logistikplätze aufgebaut und ausreichend Parkplätze geschaffen – und das bereits vor 40 Jahren, als eine so dichte Besetzung des Geländes noch gar nicht geplant war. Die Eigentümer bauten Immobilien ohne Mietvertrag, und sie wussten: Damit man die vermieten kann, müssen sie sehr gut sein. Das zeigt: Vorausdenken hat unser Unternehmen vom ersten Tag an angetrieben.

„Vordenken“ steht auch für einen kontinuierlichen Prozess. Wie läuft dieser Prozess im Gewerbepark ab?

Ein wichtiger Bestandteil ist die Steuerung des Mietermixes: Wir haben früh analysiert, welche Branchen bei uns vertreten sind, und so das Konzept der Kompetenzzentren entwickelt. Zeigte sich in einem Segment eine Lücke, haben wir aktiv akquiriert. Wichtig ist auch, zu beobachten, wie sich die Wirtschaft generell verändert: Gibt es Bereiche, die zurückgehen, oder welche mit Wachstumsfantasie? Die Digitalisierung hat schon vor Jahren eine Verschiebung der Segmente eingeläutet: Während bei Versicherungen, Banken oder Verwaltungen Arbeitsplätze und -flächen rückläufig sind, wurde an anderer Stelle aufgebaut. So kamen IT- und Technologiefirmen ins Spiel – gerade softwarebasierte Arbeitsplätze etwa im Bereich Automobilzulieferer. Ihnen bieten wir nicht nur die Flächen und die Infrastruktur, sondern auch alle Optionen, zu wachsen. Das hebt uns übrigens ebenfalls vom Wettbewerb ab. Auch andere recherchieren Trends, aber für die Umsetzung sind drei Dinge wichtig: multifunktionale Gebäude, eine unterstützende Infrastruktur – bei einem Ärztezentrum etwa könnte das eine Apotheke, ein Physiotherapeut, aber auch Bank oder Bäckerei sein – und schließlich ausreichende Größe, wie sie der Gewerbepark mit 40 Gebäuden und 155.000 qm Fläche vorweisen kann.

Um Trends zu erfassen und ihnen zu begegnen, ist ein Netzwerk unerlässlich. Auf welches Netzwerk setzen Sie?

Zum einen ist da das bauliche Netzwerk unserer Gruppe mit Expertise vom Architekten und Ingenieur bis zum Technikplaner: die DV Plan GmbH. Zum zweiten ist der Austausch mit den Kollegen an den Standorten in Garching, Unterschleißheim oder Nürnberg sehr fruchtbar, wir profitieren gegenseitig von unseren Erfahrungen. Schließlich ist auch das interne Netzwerk mit den Mietern und dem Mieterbeirat eine gute Kommunikationsplattform. Sie dient auch dazu, sich gegenseitig in seiner Einschätzung abzusichern.

Das Büro der Zukunft ist derzeit in aller Munde. Wie lassen sich die Anforderungen dieses Büros kurz umreißen?

Das Büro der Zukunft wird sowieso digital, Corona beschleunigt das nur – ebenso wie den Trend hin zu tätigkeitsbasierten Arbeitsplätzen. Statt nur dem eigenen Schreibtisch nutzt jeder Mitarbeiter je nach anfallender Tätigkeit eine Phonebox zum Telefonieren, einen Videokonferenzraum für die Sitzung mit Kunden in den USA oder einen Raum mit Wohnzimmeratmosphäre fürs kreative Teammeeting. Das Ziel sind produktivere Arbeitsprozesse. Damit muss ein Büro aber mehr leisten, eine andere Struktur, andere Räumlichkeiten bieten. Auf diesem Gebiet ist der Gewerbepark – durch multifunktionale Flächen und große Baukompetenz, durch seine umfassende Infrastruktur und durch sein großes Flächenangebot – der ideale Partner.

Vordenken – die Arbeitswelt der Zukunft

Das produktive Büro ist dem Homeoffice überlegen

Variabel, an die jeweilige Tätigkeit angepasst und optimal produktiv muss das Büro der Zukunft sein. Die Serie „Vordenken – die Arbeitswelt der Zukunft“ beleuchtet die wichtigsten Aspekte tätigkeitsbasierter Arbeitsplätze am Beispiel des Gewerbeparks Regensburg. Ein Überblick über die Themen, die im Laufe des Jahres behandelt werden, findet sich hier.

Foto: Bene GmbH – BECKERLACOUR – Olaf Becker