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23. September 2021 13:29  Uhr

Digitalisierung auf allen Ebenen

Unsere Welt wird immer elektrischer – aus diesem Grund setzt das Bayernwerk auf den effizienten Ausbau für starke Stromnetze und den konsequenten digitalen Fortschritt.

Um die regenerativ geprägte Energieversorgung der Zukunft effizient, sicher und nachhaltig zu gestalten, müssen auch die Stromnetze weiter ausgebaut und innovativer werden. | Bild: adobestock.com – Eisenhans

REGENSBURG. Die Klimaziele erreichen Gesellschaft, Politik und Wirtschaft nur gemeinsam. Eine Schlüsselrolle kommt dabei stark vernetzten regionalen Energieunternehmen wie dem Bayernwerk zu, die als Flächennetzbetreiber viele Schnittstellen zu Menschen, Kommunen, Industrie, Gewerbe und Politik haben. „Der Weg in die Energiezukunft führt über Miteinander und ehrliche Partnerschaften auf Augenhöhe. Das schafft niemand alleine – das gilt heute genauso wie bei der Gründung des Bayernwerks vor 100 Jahren“, sagt Dr. Egon Leo Westphal, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG. „1921 begann die großflächige Elektrifizierung. Heute wird unsere Welt immer elektrischer. So tragen beispielsweise die Umstellung auf strombasierte Heizungen und Elektromobilität dazu bei, dass der Stromverbrauch zunehmend steigt. Unsere Stromnetze müssen deshalb weiter ausgebaut und immer innovativer werden, um die Energieversorgung effizient, sicher und nachhaltig zu gestalten. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, fügt er hinzu.

Vom statischen Netz zur flexiblen Steuerung

Digitalisierung und ein neues Verständnis für die Technologie der Energienetze sind seiner Überzeugung nach unverzichtbar. Ehemals statische Energienetze werden zur intelligenten und flexiblen Steuerungstechnologie eines nachhaltigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. Durch technologischen Fortschritt gelingt der Wandel zu effizienten, dezentralen Netzen. „Dafür setzen wir uns bayernweit ein, auf Ebene der Kommunen und beispielsweise auch für Quartiere und Wohnanlagen, Unternehmen und Privatkunden“, sagt der Vorstandsvorsitzende.

Das Stromnetz der Zukunft ist digital

Digitale Transformation ist bei der Vernetzung von Erzeugern, Verbrauchern und Speichern zur effizienten Steuerung der Energieflüsse von zentraler Bedeutung. Den klassischen Netzausbau kann Digitalisierung jedoch nicht ersetzen. „Wir haben mit dem Ausbau erneuerbarer Energien, mit dem Markthochlauf der Elektromobilität und dem Aufbau von Speichern Hochgeschwindigkeitszüge bestellt. Jetzt müssen wir auch dafür sorgen, dass diese auf Hochgeschwindigkeitsgleisen – den Energienetzen – fahren können. Dafür müssen wir unsere Energienetze modernisieren und ausbauen“, beschreibt Dr. Egon Leo Westphal die Herausforderung. Eine Synchronisierung des Ausbaus der Energieinfrastruktur und des Ausbaus der erneuerbaren Energien ist dafür essenziell. Heute speisen 300.000 Photovoltaikanlagen Strom ins Netz des Bayernwerks. Und es werden jährlich mehr. Der Netzausbau muss mit dieser Entwicklung Schritt halten.

Der multifunktionale Speichercontainer Oskar II.

„Mit Stromspeichern schaffen wir praktische neue Kapazitäten zur Aufnahme erneuerbarer Energie. So können wir mehr dezentrale Erzeugungsanlagen anschließen und machen das Stromnetz flexibler“, erklärt Andreas Lesny, Experte E-Mobility in der Netzwirtschaft bei der Bayernwerk Netz GmbH. Es sei erforderlich, ganzheitlich zu denken. Je mehr E-Autos auf den Straßen sind, desto mehr Batterien müssen künftig wiederaufbereitet werden. Wie eine funktionierende Kreislaufwirtschaft aussehen kann, erprobt die Bayernwerk Netz GmbH gemeinsam mit der Innofas GmbH: Oskar II. heißt der innovative Speichercontainer, dessen Name auf den Bayernwerk- Gründer Oskar von Miller anspielt. Der mobile und flexible Speicher besteht aus Second-Life-Lithium-Ionen-Modulen, einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Containers, einem Energiemanagementsystem und natürlich Ladepunkten für E-Fahrzeuge. Die Akkus von fünf Fahrzeugen vom Modell Audi e-tron wurden für Oskar II. neu aufbereitet. Im Testbetrieb steht der multifunktionale Speichercontainer auf dem Gelände des Bayernwerks in Regensburg. Insgesamt bietet die Anlage eine Kapazität von 480 Kilowattstunden. Das Bayernwerk nutzt die Anlage als Ladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge. Sie hat zwei Wechselstrom-Ladepunkte mit jeweils 22 Kilowatt Ladeleistung sowie eine Gleichstrom-Schnellladestation mit 150 Kilowatt Ladeleistung.

Mobile Speicherlösungen für den Inselbetrieb

Mobile Stromspeicher können auch für den Inselbetrieb eingesetzt werden, also dort, wo gar kein Netz oder nicht ausreichend Leistung zur Verfügung steht. Zum Beispiel temporär bei Veranstaltungen im Freien oder als Schnellladestation auf Autobahnraststätten mit geringer Anschlussleistung. „So bringen wir den Ausbau der Elektromobilität noch schneller voran“, sagt E-Mobility Experte Andreas Lesny. Die durch den Betrieb von Oskar II. gewonnenen Daten helfen, mobile Speicherlösungen zu optimieren. Durch den Einbau einer bidirektionalen Ladeschnittstelle könne die Kapazität des Energiespeichers zukünftig temporär erhöht werden. Elektrofahrzeuge könnten dann nicht nur Strom tanken, sondern auch selbst als Speicher dienen und bei Bedarf Energie je nach Situation an das öffentliche Netz („vehicle to grid“) oder das Kundennetz („vehicle to business“) abgeben. (wz)

Interview

E-Autos als Stromspeicher

Wolfgang Duschl, Projektleiter für Bidirektionales Lademanagement (BDL) der Bayernwerk Netz GmbH, erklärt im Interview die Bedeutung des Forschungsprojekts für intelligente, steuerbare Netze.

Hier geht’s zum Interview …