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20. August 2020 11:53  Uhr

Ohne diese Stahlkisten wäre vieles nicht möglich

Von Regensburg über Hamburg und Bremerhaven in die ganze Welt: Zu den Spezialitäten der Schmid Transport und Spedition GmbH gehört vor allem die Seecontainerlogistik in Form des Kombinierten Verkehrs Straße und Schiene.

Den Stellenwert des Containers hatte die Spedition Schmid schon sehr früh erkannt. | Foto: Schmid/Teresa Fruth

Von Gerd Otto

REGENSBURG. Eine Erfolgsgeschichte der besonderen Art erlebte die Logistikbranche hierzulande spätestens seit den 60er-Jahren – mit der Entwicklung des Containers, jener genormten Stahlbox, in der man inzwischen fast alles transportieren kann. Ein Blick auf den Containerterminal am Firmensitz der Schmid Transport und Spedition GmbH in Regensburg macht dies mehr als deutlich. Von hier aus ist Ostbayern täglich über Containerganzzüge mit den deutschen Seehäfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven verbunden, und der heutige Seniorchef des Unternehmens, Herbert Schmid, gehörte zu den Pionieren dieser Entwicklung.

Pionier der Containerlogistik

Als Repräsentant der zweiten Generation der Spedition Schmid hatte Herbert Schmid diesen Trend bereits früh erkannt und 1986 die ersten Seecontainer im bayerischen Raum befördert. An Logistik in der heutigen Form, so erinnert sich Herbert Schmid, war damals freilich kaum zu denken: „Gerade in Süddeutschland wirkte diese Transportart schlicht exotisch.“ Die Schmid Transport und Spedition GmbH hatte dennoch früh den Mut, sich auf diese Verkehre zu spezialisieren. Inzwischen lebt der weltweite Warenstrom geradezu vom Transport in Seecontainern. „Ohne diese Stahlkisten wäre all dies gar nicht möglich“, betont Geschäftsführer Markus Schmid und verweist in diesem Zusammenhang nicht zuletzt auf sein geschultes Personal: „Schließlich transportieren wir täglich neben anderen sensiblen Waren auch 12.000 Tonnen an Gefahrgütern und 16.000 Tonnen Abfälle im Jahr.“

Der Hauptanteil der Landstrecke in Deutschland werde im Übrigen umweltfreundlich mit der Eisenbahn zurückgelegt, während die Region in und um Regensburg mit modernsten und schadstoffarmen Fahrzeugen von dem Schmid-Team betreut wird. Nicht von ungefähr hat sich Schmid außerdem in den Güterverkehrszentren oder Häfen in Nürnberg, Bamberg und München angesiedelt. Daraus entwickelte sich ein äußerst leistungsstarkes Zustellnetzwerk für den multimodalen Verkehr in Bayern und darüber hinaus.

Standorte mit unterschiedlichen Profilen

Auch wenn sich das Unternehmen mit seinen 180 Mitarbeitern als eine verschworene Gemeinschaft, ja als eine Einheit empfindet, gibt es in der Sache laut Prokurist Alexander Wasser zwischen den Schmid-Standorten durchaus Unterschiede. So sei Regensburg enorm wichtig für Ladungen aus der Autoindustrie, dem Maschinenbau und bei Elektroartikeln. Am Standort Nürnberg wiederum überwiegen Konsumgüter und Steinprodukte, ja sogar Lebensmittel, während München sehr viel mit Chemie- und Holzladungen zu tun habe: „In Bamberg schließlich ist von allem etwas dabei.“

Befasst sich die Schmid Transport und Spedition GmbH schon seit Langem mit den regelmäßigen Bahnverbindungen nach Rotterdam und Triest sowie zu weiteren kontinentalen Umschlagbahnhöfen, so hat sich China inzwischen zu einem komplett neuen Geschäftsbereich gemausert. Dieses in der globalen Warenlogistik immer bedeutsamere Land ist schließlich schon seit einigen Jahren auch über den Landweg in Form der Neuen Seidenstraße sowie über die Transsibirische Eisenbahn mit der Region verbunden. Aus dem Blickwinkel von Prokurist Florian Sippl stelle dies eine interessante und schnellere Alternative zur üblichen Seefrachtroute von und nach Asien dar. Auch die eine oder andere Ladung aus der Luftfracht lande sogar im Bahnverkehr nach China, was insgesamt natürlich eine leistungsfähige Logistik erfordert.

Stets die passende Lösung

„Und hier übernehmen die Dispoteams bei Schmid an den jeweiligen Standorten die Regie,“ betont Markus Schmid. Egal ob ein ausgeklügeltes Logistikkonzept für Systemverkehre in der Autoindustrie notwendig sei oder ein einzelner Container mit Umzugsgut nach Südafrika versendet werden müsse: „Schmid hat die passende Lösung und den idealen Fuhrpark hierfür.“ Mit rund 160 Fahrzeugen könne man seinen Kunden eine optimale Auswahl an Spezialfahrzeugen für Seecontainer anbieten. Dazu zählen etwa Seitenlader zur Abkranung und ebenerdigen Be- oder Entladung, falls an Ladestellen keine Rampen zur Verfügung stehen sollten. Schütt- oder Krangüter können sogar über das senkrechte Aufstellen des Containers verladen werden. Denn, so wiederholt Alexander Wasser: „Eigentlich lässt sich fast alles im Container transportieren.“

Interview

Ein Aussitzen von Corona wäre kontraproduktiv

Markus Schmid, Leiter der Geschäftsführung der Schmid Transport und Spedition GmbH, spricht im Interview über die Auswirkungen der Coronakrise auf die internationale Logistik.

Foto: Robert Reithofer

Hier geht’s zum Interview.